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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Wichtig ist: den Appetit nicht zu verlieren!

Mit der Diagnose einer chronischen Darmentzündung drängt sich unmittelbar die Frage des Zusammenhanges der Erkrankung mit der Ernährung auf. Habe ich etwas falsch gemacht, kann ich durch Ernährungsumstellung die Krankheit heilen? Diese Fragen stellt(e) sich jeder Betroffene, dazu kommen noch die guten Ratschläge aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis, die Erinnerung an die alten Hausmittelchen wird wach. Bei der aktiven Erkrankung kommt oft noch Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme dazu, die allgemein vorherrschende Meinung, wenn keine Nahrung aufgenommen wird, ist auch die Stuhlfrequenz niedriger, bestätigt sich dann leider auch nicht.

Vom behandelnden Arzt hört der Patient auf die Frage nach der Ernährung: Es gibt keine Crohn-Colitis-Diät, essen Sie, was Sie vertragen. Im krassen Gegensatz zu der heute vertretenen Meinung der Experten stand bis vor kurzem die Aussage über verschiedene Nahrungsmittel als ev. Auslöser der Erkrankung. Betroffene sind daher oft verunsichert hinsichtlich der richtigen Vorgehensweise.

Mit dieser Broschüre soll den Betroffenen und ihren Angehörigen geholfen werden, ihre eigenen am besten verträglichen und daher individuellen Ernährungsgewohnheiten herauszufinden, sie soll Mut zum Ausprobieren machen und die sensible Beobachtung des eigenen Körpers und seine Reaktionen auch bei verschiedenen Situationen (z.B. Stress) zu schulen.

Nahrungsaufnahme ist nicht nur Zufuhr von lebensnotwendigen Stoffen, von Energie und Flüssigkeit, es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur, unserer Art zu leben. Die Vorbereitung als Teil dieses Vorganges und die optische Präsentation sind wichtige Bestandteile. Die Zeit der gemeinsamen Nahrungsaufnahme im Familien- oder Bekanntenkreis dient auch der Kommunikation, der Festigung und Vertiefung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Das berühmte Dinner zu zweit bei Kerzenlicht und gedämpftem Licht mit einer passenden Hintergrundmusik ist nicht umsonst Bestandteil jeder Filmliebesszene. Im Urlaub schätzen wir die mehrgängigen und ausgiebigen Menüs der mediterranen Küche, genossen an einem lauen Abend im Freien mit Blick auf den Sonnenuntergang im Meer.

Im Gegensatz dazu ist Diät immer etwas Einseitiges, etwas Weglassendes, etwas Ausschließendes, ein Begriff für ein fades, geschmackloses und karges Essen. All dies sollte unbedingt vermieden werden, daher ist die Bezeichnung Diät an und für sich schon unrichtig und eher negativ besetzt. Wichtig ist die Zufuhr von allen notwendigen Stoffen durch eine ausgewogene an die jeweilige Situation und Aktivität der Erkrankung angepasste Ernährung.

Prinzipiell gibt es keine Crohn-Colitis-Diät, ein Verhindern eines nächsten Schubs durch Ernährung ist nicht möglich. Die vorliegende Broschüre dient zum besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Verdauung. Einzelne Kapitel gehen auf individuelle körperliche Voraussetzungen ein und sind als Hilfestellung zur Ernährung gedacht, dabei sind individuelle Unterschiede zu beachten. Jede einseitige Ernährung ist zur Vermeidung von Mangelerscheinungen zu vermeiden, ein guter Ernährungszustand hilft den nächsten Schub besser zu bewältigen bzw. bei OP eine bessere Ausgangslage mit weniger Komplikationen zu schaffen. Sie soll Mut machen ohne schlechtes Gewissen zu essen, was schmeckt. Essen erzeugt auch Lustgefühle, wird zum Genuss durch die Schaffung eines angenehmen Umfeldes. Grundsätzlich sollte man in Ruhe essen, mehrere kleinere Portionen und gut kauen sollten zur Selbstverständlichkeit werden.

Anfänglich kann die Führung eines Ernährungstagebuchs  (Un-)Verträglichkeiten – Reaktionen - Beschwerden hilfreich sein. Dabei ist zu beachten, dass Lebensmittelunverträglichkeiten nach Abklingen der Entzündung sich wieder geben können oder sich im Laufe der Jahre verändern, ein neuerliches Ausprobieren gibt darüber Auskunft.


Weiterführende Informationen finden Sie auch bei unseren Buchempfehlungen,
Berichte in der Zeitschrift Crohnicle über Vorträge:
Parenterale und heimparenterale Ernährung
Ernährungsstrategie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Was esse ich wirklich
und auf der Seite Mangelversorgung vermeiden

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Cover Crohnicle Sonderausgabe Ernährung
Ausführliche Informationen zum Thema CED und Ernährung enthält die Sonderausgabe des Crohnicle zu diesem Thema.

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