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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Name: Georg Strnad
Geburtsdatum: 27.04.1989
Beruf: Bautechniker
Diagnose: Morbus Crohn seit 2008
Aufgaben innerhalb der ÖMCCV: Verwaltung der ÖMCCV Facebook Gruppe und Facebook Seite, Jugendbetreuer und Vorstandsmitglied
Georg Strnad
Meine Geschichte:
 
Mein Weg von Arzt zu Arzt begann im Herbst 2007 als bei der Musterung des Bundesheeres sämtliche Blutwerte wie Entzündungsparameter weit über den Grenzwert lagen und die Werte wie Eisen und Hämoglobin unterhalb der Norm.

Nach einigen Besuchen bei Internisten und Chirurgen wurde ich schlussendlich an die Crohnambulanz in der Rudolfstiftung verwiesen, wo durch eine Kapselendoskopie Morbus Crohn im Dünndarm diagnostiziert wurde.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie sich mein Leben verändern wird.

Als mich meine Freunde zu diesem Thema fragten und ich ihnen meine Diagnose mitteilte traten alle einen Schritt zurück. Es wollte niemand verstehen, dass ich aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr so aktiv sein konnte wie noch ein paar Jahre zuvor. Es ging so weit, dass mir nur noch Hohn, Spott und Unverständnis entgegen gebracht wurde. Vielleicht hatten sie Angst vor Ansteckung oder sie wollten es nicht verstehen-ich weiß es nicht, doch ich habe am eigenen Leib erfahren, wie man aufgrund einer Veränderung, für die man nichts kann, aus einer Gruppe ausgestoßen wird, weil man plötzlich „anders“ ist.

Zwei Jahre nach der Diagnose musste ich mich einer Operation am Rektum unterziehen, dabei wurde eine Fistel und ein Abszess geöffnet, die zu nahe am Schließmuskel saßen um es zu vernähen oder zu belassen, da eine Funktionsstörung des Muskels befürchtet wurde.
Ich denke, nicht einmal meine Familie wusste wie man mir helfen konnte und so blieb ich mit den Problemen die meiste Zeit alleine. Eine Selbsthilfegruppe zu besuchen kam für mich nicht in Frage, da ich immer das Klischee der „anonymen Alkoholiker“ im Kopf hatte.

Durch Zufall wurde mir gezeigt, dass das Leben mehr zu bieten hat und so begab ich mich auf eine Suche, ich wusste nicht nach was aber ich würde wissen wenn ich es gefunden habe. Die erste Station auf meinem Weg der „Selbstfindung“ lag darin, dass ich eine Ausbildung zum Sanitäter machte. Mein Onkel brachte mich auf diese Idee, als ich ihm erzählte, ich würde mich für Medizin interessieren und dass oft bei Rettungsorganisationen Medizinstudenten auf freiwilliger Basis erstes Wissen sammeln würden. Mir gefiel dieser Gedanke und als ich meinen ersten Probedienst absolvierte um zu sehen, ob mir diese Arbeit überhaupt gefällt, war ich glücklich wie schon lange nicht mehr.

Und so genoss ich nach absolvierter Matura eine der besten Sanitätsausbildung bei einer renommierten Organisation und schloss diese mit Auszeichnung ab. Allerdings forderte in dieser Zeit meine Erkrankung und auch mein soziales Engagement erste Opfer als man mir nach nur vier Monaten der Firmenzugehörigkeit die Kündigung mitteilte und sich dabei auf meine Persönlichkeit berief (Zitat: „Herr Strnad, Sie haben nicht die Persönlichkeit eines Bautechnikers.“) und Kritik an meiner Freizeitaktivität übte.

Geknickt aber nicht gebrochen versuchte ich nach vorne zu blicken und der Situation etwas Positives abzuverlangen. Wobei auch das nicht immer einfach war, denn oft war ich auch der Meinung, dass mir ein zufriedenes Leben verwehrt bleiben würde und ich ein solches auch nicht verdienen würde. Als ich jemanden traf, der mich so nimmt wie ich bin, ungeachtet meines Crohn und der Komplikationen war es eine völlig neue Erfahrung, einerseits ermutigend, dass es Leute gibt, für die es sich zu Leben lohnt, anderseits wusste ich auch nicht, wie ich mit diesen neuen/alten Gefühlen umgehen sollte, von denen ich überwältigt worden war. Doch durch sie bekam ich meinen Lebenswillen wieder, wofür ich mehr als dankbar bin und die Person wird für immer einen besonderen Platz in meinem Leben haben.

Ich wollte meine Fähigkeiten unter Beweis stellen, Neues lernen, herausfinden wo meine Grenzen liegen und an mir selbst arbeiten. Durch Zufall entdeckte ich nur wenige Monate nach meiner Kündigung das traditionelle Taekwondo, eine Kampfkunst aus Südkorea mit einer Philosophie, die ich auch versuche im Alltag zu leben, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Die traditionelle Kampfkunst ist geprägt durch Höflichkeit, Bescheidenheit, gegenseitigen Respekt und dem Willen niemals aufzugeben und sich niemals jemanden zu beugen. Weiters sollte man sich immer in Geduld üben, denn nicht immer funktioniert ein Vorhaben auf Anhieb oder erreicht man ein Ziel gleich beim ersten Versuch. Ich denke, dass all das Eigenschaften sind, die in der heutigen Zeit von Menschen viel zu wenig gelebt werden, durch den schnellen Wandel bleibt die gegenseitige Rücksichtnahme und bewusste Wahrnehmung der Mitmenschen oft auf der Strecke. Durch diesen Sport habe ich gelernt wieder mit Menschen auf einer freundschaftlichen Ebene umzugehen und mich nicht mehr in meinen Kokon zurück zu ziehen.
Georg Strnad
Mittlerweise bin ich bei unserem Verein so weit, dass ich selber andere Schüler trainieren darf wodurch auch wieder meinen Umgang mit Menschen verbessern kann, da jeder Schüler (so wie jeder andere Mensch auch) andere Bedürfnisse und Voraussetzungen hat.
Anfang 2012 wurde in mir der Wunsch geweckt andere CED-Betroffene kennen zu lernen, ich wollte Gewissheit haben, dass ich nicht alleine mit meinem Crohn auf der Welt bin. Die erste Anlaufstelle in Österreich war für mich der ÖMCCV (Österreichische Morbis Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung) um mich zu informieren, ob es vielleicht auch Treffen für CED-Betroffene gibt, vorzugsweise in meinem Alter.

Rosa Stocker erzählte mir bei meinem ersten Besuch in der Oberen Augartenstraße, dass die Nachfrage eines Jugendstammtisches groß ist und sich bereits jemand gemeldet hat um diesen zu veranstalten. Von dieser Idee war ich auf Anhieb begeistert und hinterließ meine Telefonnummer, sowie E-Mail Adresse und die Bitte mich zu kontaktieren, falls ich bei der Organisation helfen könnte. Um zu sehen, wie so ein Stammtisch organisiert wird, besuchte ich bei der nächsten Möglichkeit den Wiener Stammtisch in der Biberstraße. Zwar lag der Altersdurchschnitt weit über meinem Alter aber es war dennoch ein lustiger und vergnüglicher Abend, an den ich noch heute gerne zurückdenke.

Einige Zeit lang hörte ich nichts über den Jugendstammtisch, keine E-Mail, keine Anrufe und auch im Wiener Büro der ÖMCCV wusste man nicht viel über die Organisatorin und so bot ich mich als Organisator an, wenn der Vorstand zustimmt. Mein Angebot wurde durch den Vorstand abgesegnet und im Sommer 2012 bekam ich das „OK“ für den Wiener Jugendstammtisch. Da die großen Ferien bevorstanden hatte ich leider nur Gelegenheit für einen Probelauf im Juli, bei dem die Teilnahme eher mau ausfiel.

Aber ich ließ mich nicht entmutigen und war fest entschlossen unabhängig von der Teilnehmerzahl das Treffen zweimal im Monat zu veranstalten, was zu viel sei, wie später eines Besseren belehrt wurde. Die Treffen ab September 2012 waren auch eher dünn besucht, es waren schon immer wieder neue Gesichter dabei, allerding hatten sich die einzelnen Teilnehmer noch nie gesehen.

Hilfesuchend wand ich mich an Fr. Evelyn Groß, der Leiterin der Jugendgruppe der ÖMCCV, ob sie mir nicht einige Tipps geben könnte. Kurze Zeit später konnte ich mit ihr auch bei der Klausur und Vorstandssitzung, zu der ich zu meiner Überraschung eingeladen wurde, austauschen. Auch Fr. Groß hat die Erfahrung gemacht, dass aller Anfang schwer ist und ich einfach nur weiter machen müsste, irgendwann wird auch der Jugendstammtisch besser besucht sein.

Seit dem sind ist bereits einige Zeit vergangen und die Vermutung von Fr. Groß hat sich bestätigt, es sind neue Leute dazugekommen und jeder Besucher ist von der Idee, der regelmäßigen Treffen für Jugendliche begeistert. Die Begeisterung und Dankbarkeit von jungen Betroffenen ist der größte Lohn und Ansporn zugleich. Zu sehen, wie sich junge Leute kennenlernen, austauschen, gegenseitig helfen und trösten können ist einfach unbeschreiblich.

Für das Jahr 2013 habe ich einige Pläne für z.B. Flashmob Jour fix für Jugendliche, etc. geschmiedet und hoffe diese umsetzen zu können.

Abschließend möchte ich jedem Leser noch eine Botschaft mit auf dem Weg geben:

Manchmal ist das Leben wie ein dunkler langer Tunnel, doch wenn wir ihn immer weitergehen führt er uns am Ende zu einem glücklicheren Ort.

„Wenn das Tun in unserer Macht liegt, dann auch das Nicht-Tun.“ Aristoteles

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