ÖMCCV HOME
Druckansicht Kleine Schriftart Mittlere Schriftart Grosse Schriftart   
Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


Wir über uns
 
Krankheitsbilder CED
 
Termine
 
Tipps
 
Infos
Berichte von Veranstaltungen
Bauchhypnose bei CED
Weihnachtsstammtisch in Wien
40. Pouchtreffen in Untersiebenbrunn
Langer Tad des Darms
Ausflug der ÖMCCV OÖ
EYM Paris 27. – 30. Juli 2017
Jour Fixe
39. Pouchtreffen in Bad Hofgastein
1. Jour fixe 2017
Ausflug nach Schenkenfelden
19. Wiener Arzt-Patienten-Tagung
Wiener Weihnachtsstammtisch
1.Tiroler 3-Länder CED-Tag
Wirkmechanismen bei CED Medikamenten
38. Pouchtreffen in Untersiebenbrunn
30-Jahr-Feier Medizinisches Selbsthilfezentrum Wien „Martha Frühwirt“
Bericht Vorarlberg 1.9.2016
Wiener Stammrischrunde beim Heurigen
Jour Fixe, 22. Juni 2016
Langer Tag des Darms 2016
37. Pouchtreffen Bad Hofgastein
Selbsthilfe-InfoTag in Dornbirn, Vbg., Bericht und Bilder
ein Abend mit der Kunsttherapeutin Frau Bettina Schwarz
Weihnachtsstammtisch Wien 2015
36. Pouchtreffen Untersiebenbrunn
Ausflug ins Stodertal
River Trekking 2015
Stammtisch in Grinzing
Jour Fixe, 24.Juni 2015
35. Pouchtreffen in Bad Hofgastein 2015
Wiener Stammtischausflug
Treffen mit den Ärzten der Kinderklinik
17. WIENER ARZT-PATIENTEN-TAGUNG
Weihnachtsfeier Vorarlberg
Weihnachtstreffen Stammtisch Wien
34. Pouchtreffen in Untersiebenbrunn
CED-Welttag 2014
Rivertrekking 2014
Ausflug der Zweigstelle Oberösterreich
Im Salzburger Apotheker Kräutergarten
Stammtisch in Wien
33. Pouchtreffen in Bad Hofgastein
Rathausgalerie Innsbruck
Schneegestöber mit Rosa 2014
16. Wiener Arzt-Patienten-Tagung
Tag der Selbsthilfe 2013 in Wien
Arzt-Patienten-Tagung in Ried im Innkreis
Jugendtreffen 2013 in der Schweiz
32.Pouchtreffen in Bad Hofgastein
Bilder der APT 2013 in Vorarlberg
Stammtisch in Wien
Ausflug zum Schiederweiher
Erstes OÖ Rivertrecking 2013
Erlebnisbericht Treffen des AK Younsters (DCCV)
Pouchtreffen Untersiebenbrunn 2013
TIROLER CED-TAG - 15. November 2012
Vergabe des ÖMCCV.Forschungsförderungspreises 2012
30. Pouchtreffen in Untersiebenbrunn
Ausflug 2012 der Zweigstellen Oberösterreich und Salzburg
29. Pouchtreffen in Bad Hofgastein
Das Wunder Darm – durch Dick und Dünn
1. Gesprächskreis Weinviertel/Marchfeld
Kompass durchs Feuer
Schneegestöber März 2012
Archiv von Veranstaltungen
News
Forschungsberichte
Forschungsförderungspreis 2018 Einladung
Recht und Rechtssprüche
Pressespiegel
Beirat
Ambulanzsuche
Arztsuche
 
Kontaktmöglichkeiten
 
Links
 
Erlebnisbericht Treffen des AK Younsters (DCCV)

von Georg Strnad

Nervös halte ich meine Boarding-card in den Händen und warte darauf an Bord gehen zu können, wie ich es hasse zu fliegen.
Mit etwas Verspätung hebt der Air-Berlin-Flieger am 24.05.2013 um 15.21 von Wien-Schwechat ab.
Reiseziel: Berlin Tegel,
Reisezeit: 55 Minuten,
Meine Aufgabe: Teilnahme an einem DCCV-Treffen für Jugendliche und junge Erwachse

Meiner Reise ging eine Idee voraus, von der ich nicht dachte, dass es überhaupt möglich wäre. Da ich für junge Österreicher und Österreicherinnen mit CED gerne wieder ein Treffen organisieren würde, allerdings keine Vorstellung von der Organisation oder Ablauf hatte fragte ich bei unserem Vorstand nach, ob ich nach Deutschland reisen durfte um mir Inputs zu holen. Nach seinem Einverständnis habe ich mich umgehend mit Fr. Stefanie Weber vom Arbeitskreis Younsters (kurz AK Younsters) in Verbindung gesetzt um auch das Einverständnis der Kollegen der Deutschen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) einzuholen. Auch aus Deutschland hab es keinen Wiederstand für meinen Besuch am Wochenende 24.05 bis 26.05.2013 und so landete ich gegen 16.20 Uhr im 880km entfernten Berlin.

Mit dem Taxi ging es in die Jugendherberge in der Einemstraße 10, die der DCCV diesmal als Unterkunft und primärer Veranstaltungsort diente. Das Treffen startete um 18.00 Uhr bei einem gemütlichen Abendessen, bei dem ich die Möglichkeit hatte erste Kontakte zu knüpfen. Erstaunlich war, dass keiner der Teilnehmer direkt aus Berlin war, jeder hatte eine mehrstündige Anreise in Kauf genommen.

Nach dieser kleinen Stärkung erzählte jeder Teilnehmer bei einer kleinen Vorstellungsrunde, woher er kam, was derjenige gerade machten, Schule, arbeiten, studieren und wie lange man schon Crohn oder Colitis hat. Als ich erzählte, dass ich aus Wien kommen würde, wurde ich mit überrascht geweiteten Augen, teilweise sogar mit offenen Mündern angesehen. Erst später erfuhr ich, dass sie noch keinen Teilnehmer aus dem Ausland zu Besuch hatten.
Vorbereitung für Spiele
Nach der Vorstellungsrunde präsentierte uns eine der Organisatorinnen die Organisation der DCCV, die für mich nicht uninteressant war und im Gegensatz zu ÖMCCV schon fast wie ein aufgeblasener Beamtenapparat auf mich wirkte. Neben dem Vorstand und den Landestellenleitern gibt es noch die Leiter der Arbeitskreise und etliches mehr, die alle eine Rede- bzw. Stimmrecht haben.

Die Abendgestaltung blieb jedem überlassen und wir beschlossen den restlichen Abend verbrachten wir in entspannter Atmosphäre bei ein oder zwei Cocktails. Auch wenn ich als Außenstehender hinzugekommen bin fühlte ich mich in der Gruppe wohl, auch wenn es zeitweise kleine Verständigungsprobleme mit deutschen und österreichischen Ausdrücken gab.

Trotz Wochenende blieb leider keine Zeit um sich auszuschlafen da wir am Samstag ein volles Programm hatten, da wir bei den Schattenspringern, einer erlebnispädagogischen Organisation, die mit kniffligen Aufgaben unseren Teamgeist stärken möchte.

Die erste Übung bestand darin, dass vier Leute eine Leiter mit Seilen im Gleichgewicht halten mussten, während eine andere Person so weit hinaufkletterte, wie es für sie angenehm war. Dieser wurde von drei anderen gesichert und zum Abschluss sprang man von der Leiter ab und schwang hin und her. Einerseits sollte die Übung die Zusammenarbeit fördern aber auch das Vertrauen eines Einzigen in alle anderen, vor allem in jene Teilnehmer die den Kletterer sicherten.

Auch wenn mancher vielleicht die Leiter höher hinaufstieg oder eine andere Absprungtechnik hatte, war jeder überrascht, wie viel Spaß das Ganze machte.
Auf der Leiter
Leider war das Wetter eher verregnet und so hielten wir eine etwas längere Mittagspause als gewollt, doch sowie der Regen nachgelassen hatte ging es auch schon wieder ins Freie und hinauf auf die Slackline. Die Slackline bestand aus Spanngurten, die von Baum zu Baum mit unterschiedlichen Abständen gespannt war. Aufgrund des Regens waren die Gurte leicht rutschig und damit war die Herausforderung noch um eine Stufe höher. Für die meisten von uns war die Slackline etwas völlig Neues und so ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Versuche mit einem eleganten Absprung endeten.

Doch am Ende schafften alle allein durch Teamwork, gegenseitiger Motivation und einem unnachgiebigen Willen das sichere Ende zu erreichen.
Wir waren am Ende des Tages schon so müde, dass sich alle auf eine heiße Dusche und das Abendessen freuten, doch erst einmal hieß es wieder Öffis fahren und es dauerte eine weitere Stunde bis wir, schon vom Regen durchnässt, unser Quartier erreichten.
An diesem Samstag war Championsleague-Finale und daher war es uns nicht gerade unrecht, dass wir nach dem sportlichen Tag, Abend keine weitere Veranstaltung mehr hatten und so manche in die Stadt fuhren um sich das Endspiel auf einer großen Leinwand am Brandenburger-Tor ansahen und andere es sich wiederum bei einem Cocktail gemütlich machten.

Ich konnte kaum glauben, dass das Wochenende schon wieder vorüber war als ich am Sonntag wach wurde. Morgen würde wieder der Alltagstrott beginnen, was mich angesichts des tollen Wochenendes etwas deprimierte.
In einer kleinen Abschlussrunde ließen wir die vergangenen zwei Tage noch einmal Revue passieren und jeder teilte seine Eindrücke, positiv wie negativ, mit. Da mich am meisten interessiert hat, wie die einzelnen Teilnehmer es gefunden haben, dass ich als Österreicher und Nicht-DCCV-Mitglied an der Veranstaltung teilgenommen habe, stellte ich meine Frage offen in die Runde.

Manche sahen mich überrascht an, wahrscheinlich hatten sie es verdrängt, aber im Großen und Ganzen wurde meine Teilnahme als nette Abwechslung und einer guten Idee wiedergegeben. Es wird mir vermutlich ein Satz für immer in Erinnerung bleiben, als ich das Feedback bekam meinte eine Teilnehmerin, dass es irrelevant sei woher man kommt, “denn du hast eine CED, ich habe ein CED und der Rest ist egal“, ja das waren ihre Worte. Und da wurde mir klar, dass unsere CED uns alle verbindet, ob Österreicher, Deutscher, Ungar, Europäer, Amerikaner, Südafrikaner, bei Crohn und Colitis haben Betroffene nur eine Nationalität und das Einzige, was uns trennt ist die geographische Lage.
Berliner Luft
Nach dem Mittagessen reisten die Meisten wieder ab, da auch für sie am Montag wieder der Ernst des Lebens Einzug hält. Einige von uns blieben noch länger, weil man sich Urlaub genommen hatte um noch etwas von Berlin zu sehen. Da mein Flieger erst um 21.30 Uhr ging schloss ich mich den vier verbliebenen gerne an und wir verbrachten den Nachmittag im Aquarium von Berlin.

Das Aquarium ist Teil des Berliner Zoos und bietet eine Vielzahl von See- und Meeresbewohnern ein zu Hause. Und obwohl ich früher mit meinem Großvater und Vater fischen war fand ich die Unterwasserwelt nie sonderlich faszinierend, doch das Aquarium zog mich schon nach den ersten Metern in seinen Bann und ich hätte sämtliche Lebewesen den ganzen Tag betrachte und zusehen können, wie sie von links nach rechts, von oben nach unten schwammen. Besonders erstaunten mich die großen Welshaie und Barsche, die ich kaum als Ganzes fotografieren konnte.
Doch neben den Aquarien gab es auch Reptilien-Terrarien, die alle möglichen Arten von Echsen, wie Alligatoren, Schildkröten und Schlangen beherbergten. Da ich nicht so der Schlangen-Fan bin und den Tieren auch nie etwas abverlangen werde können, hielt ich mich so wenig wie möglich bei den Schlangen auf und mied den Weg zwischen ihren Terrarien.
Unser Besuch dauerte fast den ganzen Nachmittag und am Ende blickten die letzten vier Teilnehmer schockiert auf die Uhr und meinten, sie müssten sich sputen, da sie für Abend noch ein Musical besuchen wollten. Auch für mich wurde es Zeit langsam aufzubrechen, denn ich wollte mich am Flughafen nicht mit dem einchecken und der Sicherheitskontrolle abhetzen. Ich holte mein Gepäck aus der Jugendherberge, verabschiedete mich von den Letzten mit dem Versprechen, dass ich sie wieder besuchen kommen würde und stieg mit der Gewissheit neue Leute kennengerlernt und Kontakte geknüpft zu haben, die hoffentlich eine Leben lang halten werden, in ein Taxi Richtung Flughafen.

Auf dem Weg dorthin, lief das Wochenende noch einmal vor meinem geistigen Auge ab und in mir fühlte ich eine Traurigkeit und den Wunsch die Uhr zurückdrehen zu können. Mir fiel eine alte Weisheit ein, die besagt, dass die Heimat dort ist, wo das Herz schlägt und meine Heimat war für dieses Wochenende Berlin, wie schon für andere Besucher vor mir und wie sagte damals John F. Kennedy 1963 so schön „Ich bin ein Berliner.“
Ich hoffe, dass der Weg, den ich mit diesem Schritt begonnen habe, sich wieder mit dem der anderen Teilnehmer kreuze und wir uns so wieder treffen.

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Franz Kafka

Georg Strnad stellt sich hier vor!

nach oben


English version    Impressum      Sitemap      Kontakt      Letzte Aktualisierung: 10.06.2013 durch Franz Schiener