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Tiroler folgt Ruf der Elite-Uni

Die Elite-Uni in Cambridge holt sich Forschungsknowhow aus Tirol. Mediziner Arthur Kaser wechselt zur Topadresse und geht im Kampf gegen Krebs den Darmkeimen auf den Grund.
Von Max Strozzi

Innsbruck – 88 Nobelpreisträger hat die Universität im britischen Cambrigde hervorgebracht, mehr als jede andere Uni der Welt. Künftig setzt die Elite-Uni auch auf Forschergeist aus Tirol. Der Mediziner Arthur Kaser wechselt ab 1. Jänner von der Innsbrucker Medizin-Uni an die weltweite Topadresse in England und wird dort die Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie leiten. „Es ist ein Job auf Lebenszeit“, lacht der gebürtige Linzer, der in Innsruck studierte und seither an der Medizin-Uni in Innsbruck unter den Fittichen von Primar Herbert Tilg forscht.

Dabei dachte Kaser noch an einen „schlechten Scherz“, als vor knapp einem Jahr eine E-Mail mit dem Jobangebot eintrudelte. „Es gab vieles auf meiner Wunschliste, aber mit der Berufung nach Cambridge hätte ich im Traum nicht gerechnet“, schmunzelt der 37-Jährige. Ab Jänner wird er nun an der Uni in Cambridge behandeln, lehren und vor allem forschen.

Ziel seiner Forschungen: „Wir wollen verstehen, wie im Darm Entzündungen entstehen und wie sie sich auf Krankheiten auswirken.“ Dabei geht es beispielsweise um chronisch-entzündliche Erkrankungen des Verdauungstrakts, die besonders auch junge Menschen betreffen, wie z. B. Morbus Crohn.

Der Fokus richtet sich dabei auf die Darmkeime, die sich in der innersten Schicht befinden, die den Darm auskleidet. Dort vermutet Kaser den Schlüssel vieler Krankheiten. Die tatsächliche Wirkung der Keime sei nämlich weitgehend unerforscht. „Wir glauben, dass wir Behandlungen und Medikamente entwickeln können, die genau dort wirksam sind und die wir künftig etwa über die Nahrung zu uns nehmen“, erklärt Kaser.

Die grundlegende Wechselwirkung zwischen Keimen und Mensch zu erforschen, könne auch für die Behandlung vieler anderer Erkrankungen entscheidend sein, wie etwa multipler Sklerose, Rheuma oder Asthma. „Noch bis vor ein paar Jahren hat schließlich niemand gedacht, dass die Keime im Darm entscheiden, ob man einen Typ-I-Diabetes bekommt“, so Kaser. In den vergangenen Jahrzehnten hätten Essgewohnheiten und Medikamente die Keimflora im Darm verändert – hier vermutet Kaser einen Grund, weshalb sich die Zahl der Diabetes-Erkrankungen in den vergangenen Jahren verdoppelt hat. „Die Gene könne es schließlich nicht sein, die haben sich in den letzten 50 Jahren ja nicht verändert.“

Umgerechnet rund 500.000 Euro stehen Kaser in Cambridge jährlich als Basis für die Forschung zur Verfügung, etwa noch einmal 500.000 Euro kommen an Fremdmitteln hinzu. Zudem gewann Kaser heuer den mit 1,5 Millionen Euro dotierten „ERC-Starting Grant“, der wichtigste europäische Jungforscherpreis. Auch auf diese Forschungsgelder kann er zurückgreifen. Etwa zehn Fachärzte werden Kaser unterstellt sein, im Forschungsbetrieb kann er auf wesentlich mehr Personal zurückgreifen.

Die Vorteile der Forschung an der Elite-Uni gehen aber weit über reine Budgetzahlen hinaus. „Dort haben wir die Möglichkeit, Medikamente in einer sehr frühen Phase am Menschen anwenden zu können. Auch Experimente an keimfreien Mäusen wären in Innsbruck nicht möglich, weil es hier diese Mäuse nicht gibt. Oder Dinge wie mikrobielles Sequenzieren (bestimmte Forschung an Genen, Anm.) kann man weltweit nur an drei bis vier Orten durchführen. Wenn man es von Innsbruck aus macht, würde ein einziges Experiment 50.000 Euro kosten.“

Zwei Mitarbeiter aus Tirol will Kaser mit nach England nehmen. Auch Gattin Nicole soll in Cambridge als Internistin arbeiten, die Kinder (2 Monate bzw. 2 und 4 Jahre) ziehen ebenfalls auf die Insel. „Mein Vertrag läuft schließlich bis ich 67 bin“, schmunzelt Kaser. „Ich bin jetzt schon mit der Pension konfrontiert – fast schon erschreckend.“

Quelle: tt.com

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