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12. WIENER ARZT-PATIENTEN-TAGUNG „WAS GIBT ES NEUES“
News zu entzündlichen Darmerkrankungen am 16. Oktober 2009 im AKH Wien
Die Veranstaltung lag in den bewährten Händen von Univ.Prof. Dr. Gabriele Moser und Univ.Prof. DI Dr. Harald Vogelsang, Universitätsklinik für Innere Medizin III.
Nach den einleitenden Worten, mit denen Prof. Dr. Moser auf die Erfolgsbilanz der bereits über zehn Jahre stattfindenden Tagung hinwies, und mit welchen sie auch den Firmen Merck und Ferring Dank für die Unterstützung aussprach, ging es rasch zum Thema des ersten Referates.
Prof.Dr.Vogelsang sprach über Frühdiagnose und Therapie bei M.Crohn. Er betonte in seinem klaren und exzellenten Vortrag besonders die Bedeutung der frühen Interventionsmöglichkeit als wesentliche Voraussetzung, den Krankheitsfortschritt zu hemmen, bzw. zu stoppen, und so irreversible Darmschäden zu verhindern. Mit Evidenz basierendem, Leitlinien gerechten Diagnose- (z.B. IBDIS-Check!) und Therapievorgehen seien erfreuliche Erfolge zu erzielen und auch erzielt worden.
Im Anschluß daran sprach Univ.Prof. Dr. W. Reinisch über Frühdiagnose und Therapie bei Colitis ulcerosa. U.a. verwies er auf die effiziente Tätigkeit der Österreichischen Arbeitsgruppe Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED), ebenso auf die differenten diagnostischen und therapeutischen Aspekte von Proctitis, linksseitiger Colitis und extensiver Colitis. In seinem umfassenden souveränen Vortrag betonte er ebenfalls die Vorteile einer ehest nach dem Beginn der Erkrankung gestellten Diagnose und unmittelbar einsetzenden effizienten Therapie.
Den Abschluss des ersten Teiles der Veranstaltung bildete das Referat von Dr. Götzhaber vom Bundessozialamt, welches die Möglichkeiten und Grenzen des Behindertenstatus` bei M.Crohn und Colitis ulcerosa beleuchtete. Der sehr fachliche und detailreiche Vortrag fand durchwegs interessierte Zuhörer. Im Anschluß gab es eine Menge Fragen zu individuell bedeutsamen Aspekten der Einstufung als Behinderte(r), denen sich der Vortragende mit Geduld und Engagement widmete.
Nach der traditionellen Pause referierte Univ.Prof. Dr. C. Dejaco über Schwangerschaft und Stillen bei CED. Besonderes Interesse fanden die eleganten, detailreichen und umfassenden Ausführungen bezüglich Fertilität, Vererbungsrisiko, medikamentöser Wirkungen und Nebenwirkungen.
Zuletzt sprach Univ.Prof. Dr. G. Moser über Möglichkeiten von Entspannungstherapie und Psychotherapie bei CED. In einer hochwertigen, angenehm verständlichen, Rede wies sie auf die Bedeutung von psychischer Stabilität bei chronischen Erkrankungen hin. Es sei evident, dass Stress und affektive Störungen Schub fördernd wirkten, und ein Drittel aller CED-Patienten über psychische Betreuung ihrem Leidensdruck besser begegnen könnten. Entspannungstechniken und Hypnose stünden aktuell im Fokus des Interesses. Besonders bedeutsam waren Hinweise auf die Interaktionen zwischen immunologischen Mediatoren und anderen inter-/intra-cytosolischen Signalkaskaden der Gut-Brain-Achse.
Den Ausklang der Tagung bildeten zusammenfassende Worte von Prof. Vogelsang, welche noch einmal kurz das Wesentliche der Vorträge und die positive Bilanz der Aspekte der Tagungsidee hervorhoben. Nicht zuletzt spiegelte sich der Erfolg des Abends in dem erheblich überzogenen Zeitrahmen wider, ein Faktum, das meiner Meinung nach, niemanden gestört hat.
Med.Rat Dr. Rudolf Fiedler
Die Arzt-Patienten-Tagungen werden fortgesetzt. Ausführlicher Tagungsbericht soll im ersten Crohnicle 2010 folgen.
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