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Ein Leben mit Durchfall: 40.000 Österreicher leiden an Morbus Crohn

In Österreich haben rund 40.000 Menschen Morbus Crohn (MC), eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Und es werden immer mehr.

„Man traut sich nicht mehr außer Haus, weil man Angst hat, dass etwas passieren könnte“, beschreibt Evelyn Schauer, selbst betroffen, das Leben mit MC. „Es ist eine Erkrankung, die unbehandelt progressiv voranschreitet, zu unwiederbringlichem Verlust von Darmgewebe führen kann und bis dato noch nicht heilbar ist“, sagt Walter Reinisch von der Medizinischen Universität Wien. MC sei weltweit im Steigen begriffen und manifestiere sich meist bei Menschen zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr.

Im Jahr 2006 wurden hierzulande rund 7000 MC-Patienten stationär behandelt.87 Prozent der Betroffenen leiden an chronischem Durchfall, 70 Prozent klagen über Bauchkrämpfe und -schmerzen, 79 Prozent über Gewichtsverlust. MC geht mit einem zehnfach erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs einher. Ein konkreter Auslöser für die Erkrankung wurde noch nicht gefunden; genetische Muster, Umweltfaktoren wie z. B. Rauchen und das Immunsystem spielen offensichtlich eine Rolle.

Betroffene fühlen sich durch die Erkrankung oft stark eingeschränkt: 38 Prozent der Patienten sind laut einer Umfrage erwerbslos, rund 70 Prozent leiden an Depressionen. Ein von Betroffenen erstelltes Manifest soll nun über MC informieren und Verständnis schaffen. Es ist auf der ab sofort zugänglichen Online-Plattform www.crohnhilfe.at zu finden, ebenso wie Informationen über die österreichweite Aktion „Crohn Friendly Place“: ein Verzeichnis mit Lokalen und Unternehmen, die Betroffenen nach Vorzeigen eines eigenen Ausweises rasch Zugang zu Toiletten ermöglichen. In Wien sind bereits mehr als hundert Betriebe dabei.

Quelle: Nachrichten.at

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