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17.03.2009
Krankenhaus als Vorreiter für ganz Österreich
OBERPULLENDORF / Das bundesweit einzige Endomikroskop verhilft den Ärzten in Oberpullendorf zu besseren Diagnosen.
VON MICHAELA TANZLER
„Eine Österreichneuheit“, wie es Gesundheitslandesrat Peter Rezar stolz verkündete, konnte vorige Woche am Krankenhaus Oberpullendorf präsentiert werden: die Endomikroskopie. Sie erlaubt rasche und präzise Diagnosen bei Patienten mit chronischen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa, bei Erkrankungen der Speiseröhre wie Barrett-Ösophagus und beim Vorliegen des Keims Heliobactor pylori, der langjährige Magenentzündungen verursacht. Außerdem dient sie der Früherkennung von Dickdarmkrebs und Magenkarzinomen.
Das Endoskop ist ein Gerät, mit dem das Innere von lebenden Organismen untersucht werden kann. Dank des beim Endomikroskop aufgesetzten Mikroskops (Vergrößerungsinstrument) ist es möglich, während der Endoskopie kleinste Zellen zu untersuchen und auch Bakterien zu erkennen. „Wir können damit einen viertel Millimeter der Schleimhaut herausmikroskopieren“, zeigt sich Ärztlicher Direktor Felix Stockenhuber begeistert. Das Gerät ermöglicht zudem nicht nur einen Blick auf die Oberfläche der untersuchten Schleimhaut, sondern auch den in die Tiefe. „Es stehen dreidimensionale Bilder zur Verfügung und damit eine ganz wichtige zusätzliche Information“, erklärt Primar Gerhard Böhm.
Raschere Diagnosen und gezieltere Biopsien Die Vorteile der Endomikroskopie gegenüber anderen Methoden sind eine raschere Diagnose, da die Bilder während der Untersuchung mit hoher Genauigkeit beurteilt werden können oder falls nötig gezieltere Biopsien (Gewebeentnahmen) für die histologische Untersuchung gemacht werden können. Waren früher oft 20 Schnitte bis zu einer präzisen Diagnose vonnöten, so können nun in auffälligen Bereichen zwei, drei Gewebeproben entnommen werden. „Die neue Diagnosemethode wird eine weitere Beschleunigung des Behandlungsprozesses bringen. Diagnostiker können sofort und schneller beurteilen, ob eine krankhafte Veränderung vorliegt“, betont Landesrat Rezar. „Durch die gute Diagnostik ist auch eine bessere Therapie möglich“, ergänzt Oberärztin Alexandra Zauner, die die endomikroskopischen Untersuchungen durchführen wird und dafür in Deutschland ausgebildet wurde.
Die Gastroenterologie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Spezialbereich am Krankenhaus Oberpullendorf entwickelt. So gilt etwa Oberärztin Elfriede Prager als die österreichische Spezialistin in puncto Endosonographie, einer Ultraschalluntersuchung zur Untersuchung des Magen-Darm-Trakts. „Wir schicken nicht unsere Patienten nach Wien, sondern die Wiener Kliniken ihre Patienten für diese Untersuchung zu uns“, verkündet Stockenhuber stolz. Rund 600 bis 700 Endosonographien führt Prager pro Jahr durch. Bei der Endomikroskopie, die derzeit in Österreich exkslusiv in Oberpullendorf angeboten wird, will man ähnliche Zahlen erreichen.
Quelle: Burgenländische Volkszeitung
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