22. Pouchtreffen 11./12.Oktober 2008
Wieder war ein schönes Oktoberwochenende Anlass, das Auland-Hotel „Siebenbrunnerhof“, (in Untersiebenbrunn, östlich von Wien) Veranstaltungsplatz unseres 2.Treffen dieses Jahres, aufzusuchen - und erfreulicherweise machten sich viele „Alt– und auch neue Bekannte“ auf den Weg.
Das Thema am Samstagnachmittag lautete: „Fragestunde“ und unsere beratenden Ärzte der ÖMCCV, OA Dr. Thomas Feichtenschlager und MR Dr. Rudolf Fiedler stellten sich dieser. Auch nahm wieder einmal Stoma- bzw. Schulungschwester Erika Kristan (seit kurzen im verdienten Ruhestand) an unserem Treffen teil und stellte sich ebenfalls gerne für Fragen über Stomapflege/Versorgung zur Verfügung.
Das Resümee davon ist, ob nur informieren wollen, ob vielleicht vor einer Pouch-OP oder kurz oder aber auch schon lang’ nach der OP - es bleiben immer viele Fragen offen und man kann nie genug Antworten bekommen. Auch „weise“ Tipps und Erfahrungen unsererseits (Pouchies) häuften sich und es entstanden rege Diskussionen, die auch teilweise später beim „Erholungsspaziergang“ durch Untersiebenbrunn oder danach beim gemeinsamen Abendessen noch weiter geführt wurden. Viele nutzten die Gelegenheit zu übernachten, um den Abend gemeinsam „untereinander“ ausklingen zu lassen, denn am nächsten Morgen ging es gleich in der Früh weiter und zwar mit einem Vortrag über TCM von Dr. Richard Seng-Tung Schmerker aus Perchtoldsdorf. „Wie wirkt TCM (Traditionell Chinesische Medizin) und kann sie auch bei Pouchproblemen helfen?“ Dr. Schmerker versuchte uns TCM zu erklären und wie und mit welchen Mitteln/Methoden sie eingreift. Das Wichtige dabei ist auch, dass TCM eigentlich eine vorbeugende Medizin ist. Sie beobachtet z. B., ob der Mensch viel grübelt, sich ständig ärgert, starken Kummer, Ängste hat etc. und nimmt an, dass dies über lange Zeit andauernd, Ursache sein kann für schwere organische Erkrankungen (Dinge, die wir hier an uns selber viel zu gerne übersehen), und setzt da schon ein, in dem sie beobachtet, welches Organ geschwächt ist und danach jeden Patienten individuell behandelt. Die medizinische Behandlung besteht teilweise aus ausgesuchten heiß überbrühten Kräutern (jedes hilft unterschiedlich) und auch durch das Essen selbst. Die trad. chinesische Medizin legt großen Wert auf gekochte Zubereitung und unterscheidet z.B. zwischen feucht und trocken, kalt und warm - schon bei der Suche was dem Körper fehlt, als auch in den Produkten selbst und in der Zeit der Nahrungsaufnahme. Wenn ein Organ aber schon erkrankt ist (z.B. Cu od. MC) oder gar fehlt (wie bei uns Pouchies –der Dickdarm), wird die Suche natürlich viel mühsamer und man muss auch in den Jetzt-Zustand eingreifen, um schneller zu einer Lösung zu kommen.
Mein Resümee davon ist, (denn bei diesem Thema gehen die Meinungen gerne auseinander) dass die TCM viel früher eingreifen kann als die Schulmedizin in unserer westlichen Welt - schon lange bevor organische Schäden zu erörtern sind, die Durchführung aber umso langwieriger und mühsamer für uns westlichen Menschen, da wir nicht gelernt haben uns auf diese Weise zu ernähren oder Medizin uns zuzuführen und vor allem „uns die Zeit zu nehmen“ – und wir schnell wieder in unser altes Muster zurückfallen. Vor allem rate ich darum auch, man darf bei einem Schub - ob Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn - die Schulmedizin nicht weglassen!
Wer die TCM nebenbei durchführt, dem sei von mir ein großes Lob ausgesprochen, denn mir wurde sie schnell zu mühsam, obwohl ich sagen muss, dass viele leichte, auch einfach zu zubereitende Gerichte (z. B. jede Art von Congees) hervorragend schmecken und auch einen guten Einfluss auf meine Darmflora hatten, ich aber dann eigentlich nie daran denke, sie auch zu kochen – vielleicht aber auch, dass es mir diesbezüglich endlich viel besser geht, oder auch dass ich glaube, die mir gut tuenden Produkte, Rezepte gefunden zu haben (ich spreche hier auch als Pouchträger). Dieser Einblick in die fernöstliche Medizin war jedenfalls ein Erstmaliger beim Pouchtreffen und hat guten Zuspruch gefunden. Dr. Schmerker aber auch unsere zwei beratenden Ärzte der ÖMCCV wurden nach Abschluss noch bestürmt mit Fragen unter vier Augen und alle nahmen sich noch ausführlich Zeit, jedem Betroffenen Rede und Antwort zu stehen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken - ebenso bei Franz, für die vielen Fotos bei jedem Treffen (auf denen er immer nur “auf der Rückseite abgebildet ist” - seine Worte). Beim noch anschließenden Mittagessen wurden alle langsam ruhiger und traten glaube ich, zufrieden oder zumindest zufriedener, (so wie ich auch) die Heimfahrt an und vielleicht sehen wir uns im Winter bei unserem „Spaß-Wochenende –Schneegestöber 4“ in der Ramsau wieder.
Rosa Stocker
Hier geht es zu den Bildern des 22. Pouchtreffens
Weitere Informationen über die Aktivitäten der Pouch-Gruppe der ÖMCCV.
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