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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Ein häufiges und oft unterschätztes Problem!


Baden, am 19. Mai 2008

Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich


Unter dem Begriff „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen“ werden „Morbus Crohn“ und „Colitis ulcerosa“ zusammengefasst, deren Auftreten wird in Österreich mit einer Häufigkeit von 0.5 – 1.0% der Gesamtbevölkerung angegeben.
Diese beiden Erkrankungen verlaufen zumeist chronisch über viele Jahre und sind von Phasen, in denen die Entzündung akut wird, gekennzeichnet. Die Diagnose ist oftmals schwierig und es können viele Jahre vergehen, bis diese tatsächlich gestellt wird. Der genaue Entstehungsmechanismus dieser Darmerkrankungen ist nach wie vor nicht im Detail bekannt. Gemäß verschiedener Hypothesen handelt es sich um immunologische Phänomene, infektiöse Mechanismen und auch genetische und psychische Faktoren dürften eine Rolle in der Entstehung spielen.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa führen meist zu Durchfällen (oft wässrig-blutig-schleimig, 10-20 x pro Tag), Bauchschmerzen (teilweise kolikartig), körperlicher Schwäche, Gewichtsverlust, Fieber, Blutbildveränderungen (Anämie, Erhöhung der Entzündungswerte und der Blutsenkungs-geschwindigkeit), daneben gibt es selten auch symptomarme Verläufe, bei denen diese Veränderungen nur gering vorhanden sind bzw. die Symptome vom Patienten kaum wahrgenommen werden.
Auch sogenannte extraintestinale Manifestationen sind bekannt und treten in teilweise sehr unterschiedlicher Ausprägung im Rahmen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf
(z.B. Entzündungen im Bereich des Skelett- bzw. Bewegungsapparates, Augenentzündungen, Hautveränderungen, Entzündungen der Gallengänge).

Eine frühzeitige Diagnostik ist bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sehr wichtig, da einerseits wirksame Behandlungsmethoden existieren und andererseits dadurch schwere Krankheitsverläufe mit Auftreten von Komplikationen (Verengung von Darmabschnitten bis hin zum Darmverschluß, schwere Blutungen, Abszesse, Fisteln und Darmperforationen, Mangelsyndrome, Entstehung von Darmkrebs) verhindert werden können.

Die Diagnose einer entzündlichen Darmerkrankung wird mit Dickdarmspiegelung und Entnahme von Schleimhautproben zur direkten feingeweblichen (histologischen) Untersuchung gestellt, daneben kommen diverse Röntgenuntersuchungen (Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Dünndarmröntgen) und auch Laboruntersuchungen (z. B. CRP, Blutbild, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Antikörperdiagnostik, etc.) zum Einsatz. Über die aktuell vorliegende Entzündungsaktivität gibt der Crohn`s Disease Activity Index (CDAI) Auskunft, insbesondere im Hinblick auf die Behandlungswürdigkeit bei einem akuten Krankheitsschub.

Die Therapie von Morbus Crohn und Colits ulcerosa besteht in der Verabreichung von Glucocortikoiden, 5-Aminosalicylsäurepräparaten, Probiotika, Immunsuppressiva, Biologika und Antibiotika bei zusätzlicher Infektion. Begleitend ist eine psychotherapeutische Betreuung der Patienten für den Behandlungserfolg sehr wichtig. Chirurgische Therapiemaßnahmen kommen in der Regel nur bei Auftreten von medikamentös nicht beherrschbaren Komplikationen zum Einsatz.

Weitere Informationen:
Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich
Landesklinikum Thermenregion Baden
Wimmergasse 19
Postfach 10, 2500 Baden
Tel: 02252/205 0
Email: johann.pidlich@baden.lknoe.at

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