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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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CED Vorsorge und neueste Behandlungsmethoden

Am 10. Jänner 2008 fand im Veranstaltungssaal der Salzburger Nachrichten ein Vortrag im Rahmen der „MiniMed“ zum Thema „chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)“ statt. Mehr als 250 Interessierte und Betroffene besuchten den Vortrag sowie die anschließende Diskussionsrunde.

Vortragende an diesem Abend:
Prim. Univ. Prof. Dr. Frieder Berr (Symptome)
OA Dr. Thomas Haas (Behandlungsmöglichkeiten)
beide Universitätsklinik Salzburg, Innere Medizin I

Symptome einer CED

Morbus Crohn (MC)
• Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
• Darmblutungen und Fieber
• Fisteln und Abszesse
• Gewichtsabnahme
• Krampfartige Bauchschmerzen
• Mangelerscheinungen (Eisen, Vitamine,..)

Colitis ulcerosa (Cu)
• Entzündung des gesamten Dickdarms möglich – meist ausgehend vom Enddarm
• Unterschiedlicher Befall möglich
• Blutig, schleimige Stühle
• Funktion der Schleimhaut nur beschränkt
• Kontinuierliche Entzündung
• Krampfartige Bauchschmerzen

Regelmäßige Koloskopie bei Cu erforderlich (vor allem bei längerer Krankheitsdauer)

Diagnostik über Schmerzdauer

Schmerzen können auf den betroffenen Körperbereich hinweisen, sowohl der Charakter als auch die Dauer des Schmerzes.

• Kolikschmerz:
Kurzer, intensiver, nicht lokalisierbarer Schmerz; Dauer: 2 min. bis 20 min.

• Entzündungen:
Mit zunehmendem Schmerz; Dauer: 6 Stunden bis 12 Stunden

• Perforationen:
Starker Schmerz, auf- und abschwellend; Dauer: mehr als 6 Stunden.

Unterscheidung von krankhaften Stühlen:

• Weißer Stuhl
• Fettstuhl
• Flockiger Stuhl
• Flüssiger Stuhl
• Teerstuhl
• Blutiger Stuhl

Die Häufigkeit von CED in Österreich ist stark ansteigend, genaue Zahlen liegen nicht vor. Schätzungen sprechen aber von bis zu 80.000 Betroffenen. Der Altersgipfel bei der Erstmanifestation der Erkrankung liegt meist im Alter von 20 – 30 Jahren.

Bei der Colitis ulcerosa ist ausschließlich der Dickdarm betroffen. Eine Dickdarmentfernung kann bei manchen Patienten unvermeidbar werden, in den meisten Fällen ist die medikamentöse Behandlung aber ausreichend.

Bei Morbus Crohn kann der gesamte Magen-Darm-Trakt betroffen sein, besonders der Dünndarm. Dabei unterscheidet man zwischen einem „stenosierenden Typ“ (Engstellen des Darms) und einem „fistelbildenden Typ“ (Fisteln, Abszesse).

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten von CED-Patienten

Aminosalicylate:
Schwächste Arzneimittel, insbesondere bei Colitis ulcerosa wirksam und einzusetzen in der Akutphase oder als Dauertherapie (mögliche Reduktion des Krebsrisikos). Ausreichend hoch dosieren, als Tabletten, Granulat, Zäpfchen, Schaum, Einläufe verfügbar.

Kortison:
Lokal wirksame Kortisonpräparate: weniger Wirkung, weniger Nebenwirkungen. Tabletten, Schaum, Einläufe.
Allgemein wirksame Kortisonpräparate: unverzichtbar im Schub, keine Langzeitbehandlung aufgrund möglicher Nebenwirkungen (Osteoporose, Augenstar, Hautveränderungen, seelische Veränderungen, Blutdruck- und/oder Blutzuckererhöhung etc.).

Immunmodulatoren:
Basistherapie zur Dauerbehandlung nach dem akuten Schub bei chronisch aktiven Verläufen beider Erkrankungen. Standardtherapie, regelmäßige Blutkontrollen etwa alle 2 Monate erforderlich, um Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen zu überwachen.

Biologicals:
Neue Behandlungsmöglichkeit bei Versagen oder Unverträglichkeit der obigen Therapien. Einleitung und Überwachung dieser Behandlung an Spezialambulanz wünschenswert.

Ein weiterer ganz wichtiger Pfeiler der Therapie ist die Behandlung von Begleit- und Folgeerkrankungen, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann.

Entscheidend für das Gelingen einer Behandlung ist eine maßgeschneiderte Behandlung für jeden einzelnen Patienten, ein Kochrezept zur Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es nicht.

Ausblick über zukünftige Behandlung:

Neue Substanzen sind in Entwicklung oder schon kurz vor der Zulassung.
Grundsätzlich geht die Tendenz in Richtung einer früheren und aggressiveren medikamentösen Behandlung, um Strukturschäden am Darm und damit Operationen zu verhindern.

Wenn Sie noch weitere Fragen zum Vortrag oder zum Thema CED allgemein haben, wenden Sie sich per e-mail an (crohn-colitis@salk.at) oder besuchen Sie die Homepage www.iced.at. Weitere Informationen zum Thema CED erhalten Sie auch regelmäßig im Crohnicle sowie auf der Homepage www.oemccv.at.

Wir danken OA Dr. Haas recht herzlich für die Unterstützung beim Bericht!

Peter Enthammer und Josef Lechner 
Zweigstelle Salzburg

Weiterführende Informationen: Handout zur Veranstaltung

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