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PK Chronische Dickdarmentzündung (Cu):Unbekannt – tabuisiert – verdrängt; MI 14.5.08; 10:00 H, ÖJC „Es war nicht immer leicht, aber ich habe gelernt mit Colitis ulcerosa zu leben und es geht mir gut.“
Statement Denise Rauter, Diätologin, Colitis ulcerosa Patientin
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Ich bin 27 Jahre alt und leide seit ca. 11 Jahren an Colitis ulcerosa. Zu Beginn meiner Erkrankung waren die Symptome Verstopfung und Blutauflagerungen im Stuhl, wodurch sich die Diagnosestellung über ein Jahr hinauszögerte. Mit 17 Jahren bekam ich erstmals die Diagnose Colitis ulcerosa gestellt. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nichts über diese Erkrankung und deren Ausmaß. Beim ersten Schub im Jahr 2000 kamen beinahe unerträgliche Bauchkrämpfen gepaart mit massiven blutigen Durchfällen auf mich zu. Ich verlor in sehr kurzer Zeit ca. 7 kg Körpergewicht.
Während dieser Zeit war der Alltag an sich schon ein Hindernis. Alleine der Weg zur Post, längere Spaziergänge oder auch nur der Gedanke daran, dass keine Toilette in der Nähe ist, brachte mich zur Verzweiflung. Jeder der schon einmal eine Magen-Darmgrippe durchgemacht hat weiß, dass man nicht stundenlange Zeit hat um sich auf die Suche nach einem WC zu begeben. Meine damals begonnene Lehre als Reisebüroassistentin war geprägt von Schmerzen, Müdigkeit und auch Schamgefühl. Schlafdefizite durch den häufigen Toilettengang auch während der Nacht sind bei mir während eines Schubes ganz normal.
Ich konnte die Lehre abschließen entschied mich jedoch für einen anderen Berufsweg und arbeite seit 4 Jahren als Diätologin. Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich immer wieder mit dieser Patientengruppe zu tun. Im Vergleich dazu geht es mir wirklich hervorragend auch wenn es hin und wieder vorkommt dass ich eine Beratung unterbrechen muss um eine Toilette aufzusuchen.
Im Umgang mit Männern oder auch in meinem „Flirtverhalten“ habe ich mich durch meine Erkrankung keineswegs geändert, jedoch im Umgang mit Intimität. In meinen Beziehungen habe ich es immer so gehandhabt, dass ich meine Partner sehr rasch über meine Erkrankung informiert habe. Mein derzeitiger Freund hat sich selbst sehr viel über Colitis ulcerosa informiert und unterstützt mich wo es nur geht, auch wenn es mir im Moment sehr gut geht. Ein Leben mit Colitis ulcerosa bedeutet ein hohes Maß an Planung, aber auch Verzichten. Wenn ich zum Beispiel abends ausgehe, checke ich als erstes den Weg zur Toilette. Im Kino wähle ich immer einen Platz am Rand, damit ich jederzeit die Toiletten aufsuchen kann. In Phasen eines Schubes verzichte ich auf ausgiebiges Fortgehen und oft auch auf ein Treffen mit Freunden oder auf ein Essen im Restaurant.
Es war nicht immer leicht, aber ich habe gelernt mit Colitis ulcerosa zu leben und es geht mir gut. Durch meine derzeitige Therapie kann ich mein Leben ohne große Abstriche genießen.
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