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Statement Prim. Dr. Peter Weiss
Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien Betriebsgesellschaft m.b.H. 1060 Wien, Stumpergasse 13
Zunächst möchte ich mich bei der ÖMCCV für die Initiative bedanken, Forschungsprojekte zu CED zu unterstützen und zu prämieren. Eine sich am Patienten orientierende Forschungsausrichtung ist eine wichtige Ergänzung zu der stark von der Pharmaindustrie dominierten Mainstream Forschung. Ein Hauptanliegen der Arbeitsgruppe für CED im Rahmen der ÖGGH in Zusammenarbeit mit der ÖMCCV war im vergangenen Jahr die Achtsamkeit für diese Erkrankungen durch Informationskampagnen zu erhöhen, sowohl in der ärztlichen Kollegenschaft, als auch in der Bevölkerung. Für Österreich muss man etwa mit 80.000 Menschen rechnen, die von diesen Krankheiten betroffen sind. Obwohl also diese Erkrankung in Österreich keine Seltenheit ist, ist der Informationsgrad ein sehr geringer: in einer Umfrage können nur 7 % die Begriffe Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa Darmerkrankungen zuordnen. Dementsprechend lange ist noch immer die Zeit, die vergeht zwischen dem Erstauftreten von Beschwerden und der endgültigen Diagnose: dies kann beim Morbus Crohn bis zu 8 Jahren dauern und bei der Colitis ulcerosa immerhin 2 Jahre! Die letzten Jahre brachten wesentliche Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankungen nicht zuletzt durch die Zulassung neuer Medikamente wie der Biologika. Ebenso bahnbrechend waren die Erkenntnisse die Ätiologie betreffend, wo der genetische Anteil nunmehr klar evident ist. Da die zahlreichen Therapieoptionen auch mit teils schweren Nebenwirkungen verbunden sind, ist es notwendig, individuelle Therapiekonzepte mit dem Patienten zu entwickeln. Im Einzelfall wissen wir bei der Erstdiagnose zu wenig darüber, welchen Verlauf die Erkrankung bei diesem Individuum einschlagen wird. Und so ist es die vordringliche Aufgabe Prognosemarker zu entwickeln um jene Personen herauszufiltern, die von einer aggressiven Therapie profitieren und damit zu vermeiden, dass überschießend PatientInnen behandelt werden, die mit einer moderaten Therapie das Auslangen finden. Die Arbeit von Herrn Dr. Moschen hat zweifellos einen hohen wissenschaftlichen Stellenwert, was sich in der hochkarätigen Publikation in der Zeitschrift „Journal of Immunology“ widerspiegelt. Ich habe als Psychosomatiker natürlich die Arbeit von Frau Töber mit besonderem Interesse gelesen, weil ich das Thema Patienteninformationsgrad für einen ganz wesentlichen Teil der Patientenzufriedenheit halte, sogar unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Den Vorzug aller eingereichten Arbeiten hat jene von Frau Dr. Angelberger bekommen mit dem Titel „NOD2/CARD15 gene variants are linked to failure of antibiotic treatment in perianal fistulating Crohn´s disease“. Es handelt sich um einen wichtigen, praxisrelevanten Beitrag um eine für die einzelne PatientIn individuell maßgeschneiderte Therapie erstellen zu können bei einer besonders schweren Verlaufsform des Morbus Crohn, nämlich jener, die durch Fisteln im perianalen Bereich kompliziert wird. Ich gratuliere der Preisträgerin sehr, sehr herzlich.
Kontakte: Prim. Dr. P.Weiss, peter.weiss@bhs.at, Tel. +43(1) 599 88-2105
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