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Vorzeigeprojekt am Wiener AKH: Ein neuer Fragebogen kann Risiko bestimmen helfen

• Innovatives Dokumentations-System für Mediziner
• Antwort auf 10 einfache Fragen bringt Aufschluss

AKH Wien
Der Grund für späte Diagnosen liegt aber auch oft darin, dass die Krankheiten tabuisiert werden, die Symptome am Beginn unspezifisch sind und die Betroffenen Angst haben. Längerfristig kommt hinzu, dass die Patienten lebenslang in Betreuung sein sollten. Hier gibt es wiederum Probleme mit der Dokumentation in den Krankengeschichten und mit ihrer Verfügbarkeit.

Aus letzterem Grund haben Harald Vogelsang, Gastroenterologe am Wiener AKH, und sein Team mit IBDIS ein bisher einzigartiges Dokumentationssystem geschaffen, das die medizinischen Informationen für den jeweiligen Patienten aktuell und übersichtlich verfügbar macht. Der Experte: "Krankheitsdauer, Befall von Darmabschnitten, bisherige Therapien und Operationen sowie Nebenwirkungen werden hier in definierter Weise festgehalten, rund 180 Parameter sind in diesem System vorgesehen." Die Daten können auch an die zuweisenden Ärzte gehen. Die europäische Dachorganisation für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (ECCO) will das Dokumentationssystem international verwenden. Auch wissenschaftliche Studien sollen damit erfolgen.

Die Experten haben aber auch eine Checkliste entwickelt, die Aufschluss über das mögliche Vorliegen von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa geben soll:

CED-Check: Antworten auf zehn einfache Fragen

- Besteht/bestand länger als vier Wochen Durchfall (= mehr als drei flüssige Stühle pro Tag) oder wiederholte Episoden von Durchfällen?

- Besteht/bestand länger als vier Wochen Bauchschmerzen oder wiederholte Episoden von Bauchschmerzen?

- Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als vier Wochen Blut im Stuhl?

- Bestehen/bestanden nächtliche Bauchbeschwerden wie Bauchschmerz oder Durchfall?

- Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als vier Wochen schmerzhafter Stuhldrang?

- Bestehen/bestanden Fisteln oder Abszesse im Analbereich?

- Besteht/bestand allgemeines Krankheitsgefühl, Schwäche oder Gewichtsverlust?

- Bestehen/bestanden Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Traktes wie Gelenksschmerzen, Augenentzündungen oder Hautveränderungen?

- Existiert in der Familiengeschichte ein Hinweis auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?

- Können andere Ursachen einer Durchfalls-Erkrankung ausgeschlossen werden, z. B. Fernreisen, Infektionen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme wie NSAR (Antirheumatika) oder Antibiotika, sexuelle Praktiken?

Nach Beantwortung der Fragen:
Wird eine der Fragen von eins bis acht mit "Ja" beantwortet, bedarf das einer ärztlichen Abklärung. Wird zusätzlich die letzte und/oder vorletzte Frage positiv beantwortet, kann das den Hinweis auf eine solche Erkrankung erhärten.

Der Check kann online (http://ibdis.net/cedcheck) ausgefüllt werden. (APA/red)
weiterführende Informationen:

Pressekonferenz am 22.02.2008

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