Datum: 21.01.2008
Thema: Ernährungstipps nach einer Darmoperation
Referenten: Prim.Dr. Dusan Schlapper Vorstand der Chirurgischen Abteilung, LKH Wolfsberg Sabine Steiner Diätologin, Projektmanagement Gesundheitsförderung, Landessanitätsdirektion
Jeder Mensch reagiert anders auf eine Darmoperation. Hilfreich ist es, wenn Sie bei Verdauungsproblemen ein Ernährungstagebuch führen, um leichter zu erkennen, welche Nahrungsmittel Ihnen Probleme bereiten, um sie in Zukunft meiden zu können. Ein persönliches Beratungsgespräch mit einer Diätologin, einem Diätologen kann Ihnen helfen rascher jene Nahrungsmittel und Zubereitungsarten zu finden, die Sie gut vertragen. Schritt für Schritt sollten Sie sich an eine ausgewogene Ernährung gewöhnen, damit der Körper ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Hier einige Tipps die Ihnen dabei helfen können: Mehrere kleine Mahlzeiten belasten den Verdauungstrakt weniger als drei große Mahlzeiten. Fünf bis acht kleinere Portionen am Tag haben sich bewährt. • Kauen Sie jeden Bissen ausreichend – bis zu 30-mal, denn die Verdauung beginnt bereits im Mund. „Gut gekaut ist halb verdaut“ – stimmt wirklich. • Sollten Sie dünnflüssigen Stuhl haben, trinken Sie viel, um die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen. 2 bis 3 Liter am Tag sollten es sein. Trinken Sie am besten zwischen den Mahlzeiten. Achtung: reine Fruchtsäfte regen die Darmtätigkeit oft noch zusätzlich an – Kräutertee oder auch stilles Mineralwasser sind hier gut geeignet. • Bei Durchfall sollten Sie möglichst wenig frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. Stopfend wirken z.B. Rosinen wegen der enthaltenen Gerbstoffe. Auch getrocknete Heidelbeeren oder ein geschabter Apfel sind ideal um die Stuhlfrequenz wieder zu senken. • Verwenden Sie anstelle frischer Milch lieber Sauermilchprodukte wie Joghurt, Sauermilch oder Buttermilch. Gesäuerte Milchprodukte sind besser verträglich, Blähungen sind unwahrscheinlicher. • Wer ein Stoma (künstlicher Darmausgang) trägt, sollte große Mengen an Pilze, Spargel, Traubenschalen und -kerne, harte Obstschalen und ihr Kerngehäuse oder Kokosflocken meiden. Diese Lebensmittel können zu Stomablockaden führen. • Geruchshemmende Wirkung bei Stomaträgern haben z. B.: Preiselbeeren, Preiselbeersaft, Heidelbeeren, Heidelbeersaft, Anistee, Fencheltee aber auch Spinat oder Joghurt. Wie Lebensmittel die Verdauung beeinflussen Einige Lebensmittel wirken typischerweise blähend, stopfend oder abführend – wenn man das weiß, kann man sein Essen entsprechend darauf einstellen. Wichtig ist auch, dass Sie herausfinden, welche Mengen Sie davon gut vertragen. • Blähende Lebensmittel: frisches Obst und Gemüse, insbesondere Kohlgemüse, Zwiebel, Bohnen, Pilze, Lauch, Knoblauch, Milch, kohlensäurehältige Getränke. • Stopfende Lebensmittel: Weißbrot, Kartoffeln, trockener Käse, Sellerie gekocht, Schokolade, Rosinen, Rotwein. • Abführende Lebensmittel: frisches Obst und Gemüse, Trockenpflaumen, Bier, Kaffee, eingeweichter Getreideschrot. • Geruchsbildende Lebensmittel: Zwiebeln, Knoblauch, Fleisch, Eier, Spargel.
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