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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Europäischer Crohn-Colitis Tag 2007

Der 2. Samstag im Mai wurde von der EFCCA (Europäische Föderation der Crohn-Colitis Vereinigungen) schon vor einigen Jahren zum europäischen Crohn-Colitis Tag deklariert.

Jedes der Mitgliedsländer setzt je nach verfügbaren Ressourcen an den Tagen rund um diesen speziellen Termin unterschiedliche Aktivitäten, um den Focus auf diese chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und die damit verbundenen vielfältigen Probleme zu richten.
Industrieausstellung im Foyer des Wiener AKH anläßlich des APT der ÖMCCV
Daher veranstalteten heuer am 9. Mai Vertreter der Ärzteschaft und die ÖMCCV eine gemeinsame Pressekonferenz. Die aus Patientensicht lebenseinschneidenden Veränderungen, die CED-Patienten lebenslang bei der in der Gesellschaft noch immer tabuisierten Erkrankung begleiten, schilderte ich als Betroffene und als Vertreterin der ÖMCCV unter gleichzeitigem Hinweis auf die mangelnde Unterstützung in Gesundheits- und Sozialpolitik.

„Die mit Rheumatoider Arthritis vergleichbare hohe Zahl an CED-Erkrankten in Österreich - nämlich bis zu 80.000 CED-Betroffene - steht jedoch einer ungleich schlechteren Versorgungslage gegenüber und führt zu Engpässen bei der Behandlung“, hob Univ.-Prof. Dr. Walter Reinisch hervor, Uniklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien und Leiter der Arbeitsgruppe für chronisch entzündliche Darmerkrankungen der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie.

Epidemiologische Daten zu CED liegen für Österreich nicht vor. Extrapolationen aus anderen europäischen Ländern legen folgende Situation nahe: Während für die Colitis ulcerosa in den letzten Jahren eine stabile Inzidenz (Jährliche Zahl von Neuerkrankungen) beschrieben wurde, nämlich 10-15 Neuerkrankungen/100.000), steigt die Inzidenz des Morbus Crohn deutlich an. War die Verteilung Colitis ulcerosa zu Morbus Crohn vor 15 Jahren noch 2:1, ist sie nach letzten Erhebungen aus Deutschland und Griechenland bereits ausgeglichen. Auf Österreich übertragen sollte die Inzidenz für CED somit zwischen 20 bis 25/100.000 betragen.
Hörsaal des AKH Wien bei APT der ÖMCCV
Die mangelnde Infrastruktur in der medizinischen Versorgung zeigte auch Univ.-Prof. DI. Dr. Harald Vogelsang, AKH/MUW, Uniklinik für Innere Medizin III, auf: Der hohen Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von bis zu 80.000 Patienten stehen in Österreich nur wenige Spezialisten in Spezialambulanzen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED-Ambulanzen) zur Verfügung. Dann sprach Prof.Vogelsang die bessere Prognose bei aufgeklärten Patienten an: „Sie gehen mit ihren Beschwerden meist früher zum Arzt, und sie tragen die Behandlung auch aktiver mit.“ Neben Kampagnen zur Steigerung der Awareness für CED in der Bevölkerung und der Ärzteschaft werden daher als Möglichkeit der besseren Versorgung und Patientenaufklärung regelmäßig Arzt-Patienten-Tagungen organisiert, wobei wichtige Informationen und neueste Erkenntnisse den Patienten möglichst verständlich nahe gebracht werden.

Gute Erstaufklärung und laufende Informationsvermittlung als wichtigen Bestandteil für eine bessere Krankheitsbewältigung beleuchtete auch Univ.-Prof. Dr. Gabriele Moser, AKH/MUW, in ihrem Statement und verwies darauf, dass dabei Patientenvereinigungen zusätzlich zur ärztlichen Betreuung eine große Unterstützung darstellen können. Und weiter „es ist bekannt“, so Prof. Moser, „dass emotionale Belastungen und chronischer Stress zu einer Krankheitsaktivierung führen können. Aufgrund bisheriger Studien ist anzunehmen, dass mindestens ein Drittel aller Betroffenen irgendwann im Verlauf ihrer Erkrankung in eine psychische Krise kommen kann und diese bei langer Dauer und Depressivität mit einer verstärkten Krankheitsaktivität einhergeht.
Der Pressekonferenz folgte zwei Tage später unter dem Motto „Patienten-Selbstmanagement“ die praktische Umsetzung der Patienteninfos im Rahmen der Arzt-Patienten-Tagung im AKH Wien am 11. Mai, dem Vorabend des europäischen Crohn-Colitis Tages. Die diesem Artikel nachfolgenden Berichte fassen die Vorträge der Referenten dieser APT zusammen.
Dankenswerter Weise wurde die Durchführung der Pressekonferenz von Aesca Pharma GmbH, Abbott GmbH und UCB Pharma GesmbH. finanziell ermöglicht, während die APT im Wiener AKH durch Unterstützung von Ferring Arzneimittel GmbH und Merck GmbH getragen wurde.

Auch im Westen Österreichs standen CED rund um den Crohn/Colitis Tag im Brennpunkt: Radio Vorarlberg widmete diesem Schwerpunkt am 14. Mai eine Hörerfragestunde mit den Gästen Fabian, einem MC-erkrankten Buben, seiner Oma, Heidi Türtscher, die die ÖMCCV-Zweigstelle Vorarlberg leitet, und dem Gastroenterologen Dr. Hanspeter Simma. Diese Radiosendung wurde im Vorfeld auf 100 Plakaten in Vorarlberg angekündigt und zeigte mit etlichen Rückmeldungen den Infobedarf in der Bevölkerung.

An dieser Stelle auch Dank an die Firma UCB für die finanzielle Unterstützung der Vorarlberger Plakataktion.

Christine Gmeinder

Vorträge:

Tipps zur Selbsthilfe bei Morbus Crohn
Univ.Prof.DI.Dr. Harald Vogelsang

Tipps zur Selbsthilfe bei Colitis ulcerosa
Univ.Prof.Dr. Walter Reinisch

Beschwerden außerhalb des Bauches - was tun?
Univ.Prof.Dr. Gottfried Novacek

Stress und psycosoziale Belastung bei CED - was tun?
Univ. Prof.Dr. Gabriele Moser

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