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8. Kärntner Arzt-Patienten-Seminar
Das nunmehr 8. Kärntner Arzt-Patienten-Seminar fand am 8. November 2003 Im Congress Center Pörtschach statt. Trotz der widrigen Wetterbedingungen fanden einige interessierte Zuhörer den Weg in das um diese Jahreszeit verschlafen wirkende Pörtschach.
Die Begrüßung der Teilnehmer und die Moderation des Seminars übernahm Prim. Univ. Prof. DDr. Georg Grimm vom Landeskrankenhaus Klagenfurt.
Im ersten Vortrag von OA Dr. Arnold Hebenstreit wurde den Teilnehmern in spannender Weise ein Fall einer Patientin geschildert. Durch die moderne Medizin, die für CED-Patienten doch schon günstige Entwicklung von sehr vielen verschiedenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten und das Zusammenarbeiten von Chirurgie und Interne wurde der Patientin die totale Kollektomie erspart. Es war eine Krankengeschichte, die sehr dramatisch mit einem Aufenthalt der Patientin auf der Intensivstation begann und doch mit einem Happy End ausging.
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Der Zweigstellenleiter, Herr Harald Kapeller, berichtete über die letzten 10 Jahre seiner Arbeit in Kärnten. Dies sollte zugleich sein Abschied als Mitarbeiter der ÖMCCV sein. Neben neuen beruflichen Herausforderungen steht Harald nun auch seiner Familie und vor allem seiner lieben Gattin Waltraut wieder mehr zur Verfügung. Die Dankesworte wurden von unsere Ehrenpräsidentin Frau Elisabeth Fiedler als lange Weggefährtin ausgesprochen.
Der Krankheitsverlauf von Hr. Kapeller sollte allen neuen Betroffenen, aber auch den „CED-Profis“ frischen Mut geben. Wie Hr. Kapeller die Betreuung der Zweigstelle Kärnten übernommen hatte, ging es ihm mit der Colitis ulcerosa ganz schlecht. Dies ging so weit, dass eine totale Kollektomie und die Anlegung eines illeonalen Pouches notwendig wurde. Seit diesem Zeitpunkt ging es in allen Belangen steil bergauf. Durch die wieder erlangte sehr gute Lebensqualität holte Hr. Kapeller alles bisher versäumte, sowohl in beruflicher wie in privater Weise, auf. Er ist heute ein Musterbeispiel wie gut man mit einem illeonalen Pouch sein Leben gestalten und genießen kann.
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Hr. Univ. Prof. Dr. Michael Starlinger berichtete aus seiner langjährigen und internationalen Berufserfahrung mit chirurgischen Eingriffen im Zusammenhang mit CED-Erkrankten. Ein besonderes Interesse der Teilnehmer galt der laporoskopischen Chirurgie im Zusammenhang mit Darmoperationen.
Die Diskussion der Teilnehmer mit den Vortragenden wurde von Hr. DDr. Grimm geleitet. Die Kaffeepause wurde noch zu angeregten Diskussionen genützt.
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Die Mitarbeiter der ÖMCCV ließen die Veranstaltung in einem kleinen und herzlichen Rahmen wir ausklingen. Dabei bedankten wir uns auch für die von Harald geleistete Arbeit mit einem von Frau Christine Gmeinder vorgetragenem Gedicht: |
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Lieber Harald,
im Dienste der ÖMCCV – 10 Jahre Tätigkeit – d.h. du warst oft bereit, weniger Freizeit für dich zu haben!
Dafür wollen wir dir herzlichsten Dank sagen und ebenso deiner Familie, die dies gemeinsam hat mit dir getragen!
In Kärnten hast du durch deine engagierte Arbeit vielen geholfen – immer und zu jeder Zeit!
Alles Gute weiterhin dir, den Kindern und deiner Frau wünschen alle deine Freunde aus der ÖMCCV! |
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Vortrag von Harald Kapeller:
Danke….
Liebe Mitglieder….. die ÖMCCV/Zweigstelle Kärnten wurde im Jahr 2003 10 Jahre alt und dieses Jubiläum nahm ich zum Anlass, im Rahmen des Kärntner Arzt/Patientenseminars im November 2003 mein Amt als Zweigstellenleiter zurückzulegen.
Es waren 10 abwechslungsreiche Jahre mit vielen interessanten Themen. Menschen kennen zu lernen bzw. zusammen zu bringen, die mit denselben Problemen konfrontiert wurden/werden. Natürlich fand nicht jeder in dieser Gruppe Anschluss oder Rückhalt. Solche Gruppen können Hilfestellung und gemeinsames Bewältigen von Problemen anbieten, jedoch die meistens Betroffenen und Angehörigen unserer Selbsthilfegruppe konnten Einiges davon profitieren. Denn es wurde ja nicht nur um die „Gesundheit“ getrauert, sondern wir hatten auch sonst viel Spaß!
Einer meiner Gründe, dieses Amt zurückzulegen, lag vor allem darin, dass ich mich von dieser Krankheit immer mehr und mehr entfernt habe. Seit meiner Darmoperation im Jänner 1998 geht es mir ausgezeichnet, ich kann wieder so vieles machen, als wäre nie was gewesen. Ich habe jetzt wieder Zeit und Geduld für meine Familie und den Sport, was ich in vollen Zügen auch genieße. Auch wenn diese Krankheit die Betroffenen nicht selten an die Grenzen der Verzweiflung bringt, kann ich trotzdem sagen, dass sie mir auch Einiges gebracht hat. Für mich als ehemaliger, notorischer Ungeduldsmensch hat die Krankheit bzw. ich es geschafft, in vielen Lebenslagen „lockerer“ und geduldiger zu reagieren, über Dinge, die für mich früher ein Problem darstellten, heute nicht selten darüber hinwegzusehen.
Meinen großen Dank in all den Jahren möchte ich vor allem meiner Frau Waltraud und meiner älteren Tochter Eva aussprechen, die meine Krankheit noch „miterleben“ durfte. Es war für beide eine ganz schwere Zeit und ohne diese Hilfe, würde ich heute nicht so da stehen; auch gelten der Dank meiner Familie und allen, die mich in dieser nicht leichten Zeit unterstützt haben!
Aber auch beim unermüdlichen Team der ÖMCCV Wien und den Zweigstellen möchte ich mich recht herzlich für die Unterstützung in all diesen Jahren bedanken und vor allem für das tolle Abschiedsgeschenk, das Waltraud und ich ewig in Erinnerung behalten werden! Man hört immer wieder, welche großen Fähigkeiten manche Menschen besitzen, wie viel Geld manche Menschen verdienen, aber man hört viel zu wenig, mit welchem Einsatz ehrenamtliche Mitglieder ihrer Arbeit nach gehen. Weiter so!
So bleibt mir nur eines übrig, liebe Freunde, euch alles erdenklich Gute zu wünschen, nicht aufzugeben und danke zu sagen!!
Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag. Wilhelm von Humboldt
Euer Harald März 2004
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