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Informationsabend für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) am Freitag den 20. Oktober 2006 im Saal der Salzburger Nachrichten Karolingerstrasse 40, 5020 Salzburg
Referenten des Landeskrankenhaus Salzburg: OA Dr. Andreas Heuberger (Chirurgie), OA Dr. Thomas Haas (Internist), Ass. Dr. Raphael Reiter (Internist), OA Dr. Christopher Kartnig (Psyhchosomatische Ambulanz), Mag. Michaela Mandl (Landesapotheke)
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Der Einladung und auch der Bekanntmachung in den Medien folgten mehr als 230 Personen in den Veranstaltungssaal der Salzburger Nachrichten. Informationen über neue Medikamente, Untersuchungsmethoden, oder aber auch neue chirurgische Methoden wurden vorgestellt. Bei der anschließenden Diskussionsrunde wurden viele Fragen gestellt, die wir Ihnen nochmals kurz zusammenfassen möchten.
Genetik verantwortlich für chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)?
Veränderungen in den Erbanlagen sind an der Entstehung einer CED mitverantwortlich. Häufungen einer familiären CED werden aufgezeigt:
Mehrere Betroffene in einer Familie: 10 % Bei eineiigen Zwillingen: 50 % Bei zweieiigen Zwillingen: 4 %
Welche einzelnen Gene für die Neigung, eine CED zu entwickeln, verantwortlich sind ist Gegenstand intensiver Forschungen. Erste Kandidaten, wie etwa das NOD-Gen, das in der Erkennung von Darmbakterienbestandteilen eine Rolle spielt, konnten bereits ausfindig gemacht werden. Einschränkend muss hier jedoch festgehalten werden, dass zum jetzigen Zeitpunkt die bisher bekannten genetischen Veränderungen für die Diagnose oder Früherkennung noch nicht ausreichen. Auch eine genetische Untersuchung der Familienangehörigen von Betroffenen macht derzeit noch keinen Sinn. Zusammenfassend ist gesichert, dass Veränderungen im Erbgut mit eine Rolle spielen in der Entstehung von CED. Sie sind jedoch keinesfalls der einzige Grund für die Entstehung von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) ist nicht heilbar, auch nicht im Frühstadium.
Was tun bei den ersten Anzeichen des Schubes?
Zunächst ist es wichtig zu überlegen, ob es sich tatsächlich um einen Schub der chronisch entzündlichen Darmerkrankung handelt. Wenn die ganze Familie an einem Brechdurchfall leidet, ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine Darminfektion handelt, auch wenn gerade eine Antibiotika-behandlung z.B. wegen einer Angina durchgeführt worden ist kann es zu Durchfällen kommen, die nichts mit der CED zu tun haben. Ziel der ärztlichen Betreuung muss daher auch sein, dass der Patient die Patientin selbst ein Gefühl dafür bekommt, ob es sich um einen Schub handelt oder um eine infektiöse Durchfallerkrankung. Ein Schub beginnt meist langsamer und nicht schlagartig, eine infektiöse Durchfallerkrankung bessert sich auch oft bereits wieder nach wenigen Tagen. Vor einer eventuellen Kortisonbehandlung ist daher eine Stuhluntersuchung wichtig. |
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Eisenmangel woher, wie aufbauen?
Der Eisenmangel entsteht einerseits durch die chronische Entzündung und anderseits auch durch einen chronischen Blutverlust. Eisen ist u.a. für die Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) erforderlich sodass bei einem stärkeren Eisenmangel schließlich eine Blutarmut resultiert. Eisen sollte primär in Tablettenform zugeführt werden, in besonders schweren Fällen kann der Arzt auch eine Eisengabe über die Vene empfehlen.
Warum mehr Erkrankte im Nordenals im Süden?
Dies hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Ernährung zusammen. In epidemiologischen Studien der letzten Zeit hat dieses Nord-Süd-Gefälle aber etwas abgenommen was vermutlich mit der Angleichung der Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt.
Rauchen und Morbus Crohn?
In einer ganz rezenten Analyse vom November 2006, in der 22 Studien zum Thema Rauchen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen zusammengefasst worden sind hat sich bestätigt, dass Rauchen einen ganz wichtigen Risikofaktor für Morbus Crohn darstellt während aktive Raucher ein geringeres Risiko hatten, eine Colitis ulcerosa zu entwickeln. Dies bedeutet allerdings nicht dass Colitis Patienten nicht trotzdem das Rauchen aufgeben sollten da die bekannten negativen Auswirkungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall diesen positiven Effekt des Nikotins auf die Colitis ulcerosa bei weitem überwiegen.
Wer übernimmt die Kosten einer psychosomatischen Behandlung?
Die Kostenübernahme einer psychosomatischen Behandlung in Salzburg ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Bestenfalls werden die gesamten Kosten von der Krankenkasse übernommen. Entscheidend dafür ist die Dringlichkeit der Behandlung, die finanzielle Situation des Patienten und auch der Schweregrad der Erkrankung. Bei Notwendigkeit einer psychosomatischen Behandlung informiert der betreuende Psychologe über die gestaffelte Regelung und die anfallenden Kosten den Patienten.
Bezug von Medikamenten über das Internet?
Dem neuen Trend, Medikamente übers Internet zu kaufen, können die Ärzte nichts abgewinnen. Oftmals sind die Bestandteile der einzelnen Medikamente nicht eindeutig, bzw. auch nicht auf dem österreichischen Markt zugelassen. Österreich hat eines der strengsten Auflagen weltweit in Bezug auf neue Medikamente. Diese müssen jahrelangen Tests unterzogen werden um Gefahren und Nebenwirkungen einstufen zu können. Medikamente aus dem Internet unterliegen nicht diesen strengen Auflagen.
Unterschied Operationen früher/heute?
Im Gegensatz zu früher wird heutzutage „schonend“ und für den Körper so wenig belastend wie möglich operiert. Wenn möglich wird die Methode der Laproskopie angewendet um OP-Traumen zu verhindern. Außerdem wird nur mehr der entzündete Darmabschnitt entfernt und eine sichere neue Darmverbindung hergestellt. Bereits nach kurzer Zeit wird mit dem Ballaststoffarmen Nahrungsaufbau begonnen. Dieser sollte mindestens 2-3 Wochen beibehalten werden. Der stationäre Aufenthalt nach einer Laproskopie beträgt in der Regel 7-8 Tage.
Wir möchten uns nochmals für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung bei
- den Ärzten des Landeskrankenhauses Salzburg - Miele GmbH, 5071 Wals - Tischlerei Huber, 5232 Kirchberg
recht herzlich bedanken.
Peter Enthammer/Josef Lechner Zweigstellenleiter Salzburg/Zweigstellenleiter Stv. Salzburg
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| Fotos: Josef Lechner |
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