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5.0 Versorgungskapazität

Mangelndes Wissen sowie Verharmlosung der Symptomatik durch Ärzteschaft und Patienten bewirken verzögerte Diagnosestellung, inadäquate medizinische Versorgung, und nicht selten die Anwendung nebenwirkungsreicher Medikamente trotz Ineffizienz über Monate bis Jahre z.B. Steroide. Der Umstand, dass chronisch entzündliche Darmerkrankungen, im Vergleich zu anderen chronischen Leiden, z.B. rheumathoide Arthritis, Asthma bronchiale, oder Diabetes mellitus für den Betrachter von außen weder anhand typischer Erkrankungsmerkmale erkennbar sind, noch mittels eines diagnostischen Goldstandards im Rahmen üblicher Blutuntersuchungen treffsicher erfasst werden können, trägt zu dieser Situation bei. Laut aktueller Umfrage beträgt die Verzögerung vom Erstsymptom bis zur Diagnose CED in Österreich 3.1 Jahre. Die Diagnosestellung Morbus Crohn erfolgt in 30% der Fälle erst 5 Jahre nach Auftreten der Symptome trotz chronischer Beschwerden.

Die klinische Versorgung der Patienten mit CED erfordert ein konzertiertes, multi-disziplinäres Team bestehend vor allem aus Gastroenterologie, Radiologie, Chirurgie, Psychosomatik, Pathologie und Labormedizin, sowie in speziellen Fällen von Rheumatologie, Dermatologie, Ophthalmologie, Gynäkologie, und Notfallmedizin. Die übergeordnete Versorgung sollte dem spezialisierten Internisten oder Gastroenterologen zukommen. Aufgrund des komplexen Beschwerdebildes der Patienten gestalten sich ärztliche Gesprächstermine besonders aufwendig und sind für Patienten bei Erstvorstellung mit bis zu einer Stunde, für Patienten mit Kontrollterminen mit bis zu 30 Minuten anzusetzen.

Ungefähr ein Drittel der Patienten braucht eine integrierte psychosomatische Betreuung. Diese zusätzliche psychische Erstbetreuung ist mit 3-12 Terminen pro Jahr (1 Stunde pro Sitzung) als Mindestversorgung anzusetzen, eine weiterführende Psychotherapie ist im Niedergelassenenbereich anzustreben (Ref. 8).

Den bis zu 80.000 Patienten stehen wenige Spezialisten, vor allem in so genannten CED-Ambulanzen, zur Verfügung. Bei Fehlen genauer Kriterien zur Definition einer Spezialambulanz für CED kann eine detaillierte Angabe der Anzahl dieser Einrichtungen in Österreich nicht gegeben werden. Es ist anzunehmen, dass auf Grund der mangelnden entsprechenden Infrastruktur nur 15 bis 20% der Patienten durch CED-Spezialisten versorgt werden können. In den Spezialambulanzen kommen auch jene gastroenterologischen Patienten zur Abklärung, die aufgrund ihrer chronischen intestinalen Symptomatik differentialdiagnostisch gegenüber CED abzugrenzen sind. Dazu zählen unter anderem Nahrungsmittelintoleranzen und –allergien, Reizdarm oder die Zöliakie, also in Summe Erkrankungen, die 25 bis 30% der Bevölkerung betreffen. CED Ambulanzen kommt somit eine weitaus breitere Versorgung zu, als dies der Begriff vermuten ließe.

Mit dem Ziel der Installation einer bundesweit flächendeckenden, zumindest eines Minimalstandards entsprechenden Versorgung für Patienten mit CED wurden zum letztem Treffen der Arbeitsgruppe CED der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie 80 Kollegen/innen aus ca. 60 Krankenhäuser geladen. Während jeweils 25% der Geladenen mit und ohne Rückmeldung von der Veranstaltung fernblieben, waren zuletzt nur 40 Kollegen/innen aus 25 Spitälern vertreten.


5.1 Versorgungskapazität am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (Universitätskliniken)

Die Spezialambulanz für CED wurde, wie in anderen Krankenhäusern auch, auf Eigeninitiative der behandelnden Ärzte aufgebaut. Eine Versorgungsstruktur für die Erkrankten ist auch in Schwerpunktspitälern oft nicht gegeben. Da ambulante Leistungen für die Spitäler nicht dem Aufwand entsprechend abgegolten werden ist die Ressourcenbeistellung für Krankenanstalten schwierig.

5.1.1 Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie

Am Beispiel der Spezialambulanz für CED an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie des AKH Wien, der größten dieser Einrichtungen in Österreich, kann die Versorgungssituation dargestellt werden: den ca. 3500 bis 4000 Patienten stehen in der klinischen Routine 2 vollbeschäftigte Ärzte zur Verfügung. Auf Initiative dieser Ärzte konnten über Drittmittelgelder 4 weitere Ärzte und 1 diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester in diesem Bereich eingebunden werden. Diesem Personal stehen insgesamt 3 Räume zur Verfügung.

Für die Erhaltung der klinischen Versorgung der CED Patienten an dieser Spezialambulanz wurde seitens der Ärztlichen Direktion des AKH Wiens ein Spendenkonto eingerichtet (BA-CA Kto.Nr. 514 28 284 55 905).

5.1.2 Zusatzbedarf

Basierend auf einer weiteren, jährlichen Zunahme der stationären Aufnahmen um 300 Patienten (vgl.oben) mit der Diagnose CED und der Tatsache, dass ca. 10% aller CED Patienten einer stationären Behandlung pro Jahr bedürfen, ließe sich eine jährlich Zunahme der Prävalenz von CED in Österreich um 3000 Patienten ableiten. Bei durchschnittlich 3 ambulanten Kontakten pro Patient/Jahr mit einer Dauer des Erstgesprächs von einer Stunde und einer Dauer von 30 Minuten für einen Kontrolltermin würde sich für die Versorgung von CED Patienten ein jährlicher zusätzlicher Zeitaufwand von 6000 Stunden ergeben, d.h. 150 Arbeitswochen bzw. etwa 4 weitere Ärzte mit entsprechend erweiterter Infrastruktur. Selbstverständlich könnte dieser Mehraufwand auch von anderen Krankenanstalten abgedeckt werden.

Im Einklang mit diesen Darstellungen lässt sich auch aus dem Amerikanischen Gesundheitssystem ableiten, dass die Gastroenterologie jene Disziplin im Bereich der Innere Medizin darstellt, die nach der Kardiologie den größten Zuwachs an Leistungen innerhalb der letzten 10 Jahre verzeichnete (Ref. 9).

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