ÖMCCV HOME
Druckansicht Kleine Schriftart Mittlere Schriftart Grosse Schriftart   
Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


Wir über uns
 
Krankheitsbilder CED
 
Infos
Forschungsförderungspreis 2012
Termine
Berichte von Veranstaltungen
Tipps
News
Eventaward
Patienten rufen Befunde über Internet ab
Bewährt: Internet-System erspart viele Gänge ins Krankenhaus
Duft und Desinfektion: Weihrauch
Presseaussendung zum 1. Österreichischen CED-Forum, 27. Mai 2010, Wien
Tiroler folgt Ruf der Elite-Uni
Forschungsförderungspreis 2010
Fachbereichsarbeit über Morbus Crohn (MC)
Richtungsweisende Morbus Crohn Studie
Anastacia
Vorträge von Inflammatory Bowel Diseases 2010
Pressekonferenz "Chronisch krank" 26.11.2009
CED - Wissenschaftliche Leistungen der Wiener Gastroenterologie von 1982 bis 2009
Handout Mini Med Studium
Archiv
Forschungsberichte
Recht und Rechtssprüche
Pressespiegel
Beirat
Ambulanzsuche
Arztsuche
 
Kontaktmöglichkeiten
 
Links
 
Univ.Prof. Dr. Gabriele Moser
Psychosomatische Aspekte von CED

Statement Univ.-Prof. Dr. med. Gabriele Moser, Universitätsklinik für Innere Medizin IV, AKH Wien

Die Beachtung der Lebensqualität und der psychosozialen Dimension bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist wesentlich für die Betroffenen, da dieses Leiden zumeist junge Menschen trifft, einen chronischen Verlauf nimmt, mit tabuisierten Beschwerden einhergeht und derzeit unheilbar ist.

Gute Erstaufklärung und laufende Informationsvermittlung sind daher ein wichtiger Bestandteil für eine bessere Krankheitsbewältigung und das subjektive Befinden. Hier können Selbsthilfegruppen zusätzlich zur ärztlichen Betreuung eine große Unterstützung darstellen. Es ist bekannt, dass emotionale Belastungen und chronischer Stress zu einer Krankheitsaktivierung führen können.

Aufgrund bisheriger Studien ist anzunehmen, dass mindestens ein Drittel aller Betroffenen irgendwann im Verlauf ihrer Erkrankung in eine psychische Krise kommen können und diese bei langer Dauer und Depressivität mit einer verstärkten Krankheitsaktivität einhergeht.

Eine Studie im AKH Wien zeigte, dass ebenfalls ein Drittel der Betroffenen einen hohen Bedarf an zusätzlicher psychischer Betreuung aufweisen. Psychotherapie und Entspannungstechniken mit Krankheits- und Stressbewältigungsstrategien zeigten bei PatientInnen mit CED einen günstigen Einfluss auf die psychische Situation und die Lebensqualität, und boten Hilfe zur rascheren Bewältigung eines Krankheitsschubes.

Der Leidensdruck bei CED wird nie alleine durch die entzündlichen oder funktionellen Veränderungen des Magen-Darm-Traktes bestimmt, sondern immer auch durch die psychosoziale Auswirkung der Erkrankung und ob dabei Unterstützung durch die Umwelt (ÄrztInnen, Angehörige, Gesellschaft) angeboten wird.



Forderung: integrierte psychosomatische Versorgung an allen Schwerpunktspitälern

Eine integrierte psychosomatische Versorgung ist an allen Schwerpunktspitälern, wo PatientInnen mit CED betreut werden, verpflichtend einzurichten, da über ein Drittel der Betroffenen einen hohen Bedarf an zusätzlicher psychischer Betreuung aufweisen.

Dies ist auch in den Europäischen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie gefordert. Die Übersetzung der Europäischen Leitlinie für Morbus Crohn wurde in Gut 2006 publiziert, wobei zum Thema Psychosomatik die Statements unter meiner Arbeitsgruppenleitung erstellt wurden. Die Leitlinien für die Colitits ulcerosa sind ähnlich formuliert.



Tipps zur Krankheitsbewältigung und besseren Lebensqualität
 
1 ) „Darüber reden (können)“

Eine Auseinandersetzung über Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit, im partnerschaftlich-familiären Bereich (auch Sexualität) und den sozialen Aktivitäten bzw. der Freizeitgestaltung ist notwendig und oft befreiend.

Krankheitsbezogene Sorgen, Ängste und depressive Symptome wie Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Neigung zum Grübeln und Weinen erkennen und das Gefühl der Isolation oder des „Ausgeliefertseins“ durch Öffnung gegenüber Vertrauenspersonen verhindern.

Über Frustrationen mit der Behandlung und deren Nebenwirkungen sprechen. Wenn Therapieempfehlungen nicht eingehalten werden und/oder alternative Heilmethoden angewandt werden, sollten dies beim Arzt/der Ärztin offen thematisiert werden.

Bezugspersonen in Therapieentscheidungen miteinbeziehen, Selbsthilfegruppen zu Rate ziehen, stützende Gespräche (auch beim medizinischen Personal) suchen.

2 ) Erlernen von Entspannungstechniken (zur Stressbewältigung)

Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, oder andere Entspannungstechniken (Yoga, Sauna, ...), die individuell ansprechen und/oder machbar sind.

3 ) Individuelle psychotherapeutische Betreuung
 
Folgende Probleme führen häufig zum Bedarf an psychischer Betreuung:
• Anhaltende mangelnde Krankheitsbewältigung
• Diskrepanz zwischen körperlichem Zustand und subjektivem Befinden
• Ängstliche (phobische) Reaktionen nach Durchfallsepisoden
• Probleme in der Partnerschaft/Familie/ gestörte soziale Beziehungen
• Psychische Störungen wie Depression und Angst
• offensichtlicher Zusammenhang zwischen psychischer Belastung (Stress) und nachfolgender   Krankheitsaktivierung



Die Methodik der Psychotherapie ist nicht so wichtig wie die Motivation dazu bei vorhandenem Leidensdruck, und das Vertrauen in die angebotene Hilfe.

Kontakt: Tel.: +433/1/404 00-4942, gabriele.moser@meduniwien.ac.at

nach oben


English version    Impressum      Sitemap      Kontakt      Letzte Aktualisierung: 10.05.2007 durch Franz Schiener