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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Peter Enthammer, ÖMCCV Zweigstellenleiter Salzburg
Mein Name ist Peter Enthammer, ich wurde am 12. Mai 1979 geboren. Bis zu meinem 15. Lebensjahr durchlief ich eine gesundheitlich unbeschwerte Kindheit, Jugend, und auch Pubertät. Ich hatte das große Glück, meine Lehre im Unternehmen Miele zu absolvieren. Ein soziales Unternehmen, wie ich im nach hinein feststellen musste. Mehr dazu aber später.

Doch wie es kommen musste, war es Weihnachten 1995 leider vorbei mit der Ruhe. Alles begann harmlos mit Durchfall. Dieser allerdings, beruhigte sich nicht mehr also suchte ich meinen damaligen Hausarzt auf. Da ich auf meine Größe zuviel Gewicht hatte (85 kg) meinte mein Hausarzt „Das schadet nicht wenn du ein wenig abnimmst“. Unverrichteter Dinge und ohne Medikamente ging ich wieder nach Hause.

Sechs Wochen später und 35 kg leichter wurde ich an einen Psychologen überwiesen. Mein Hausarzt war der Meinung ich hätte ein psychisches Problem und würde daher abnehmen. Das Gespräch mit dem Psychologen war dann mit Erfolg gekrönt. Er schickte mich zu einem Internisten. Also an die richtige Stelle. Leider war die Diagnosemöglichkeit noch nicht so fortgeschritten wie heutzutage. Es dauerte mehr als 18 Monate bis ich wusste was eigentlich in mir vorging. Während dieser 18 Monate wurden die Schübe immer schlimmer und auch einige Krankenhausaufenthalte notwendig. Ich nahm weiter ab und hatte nur mehr 45 kg. Da allerdings noch nicht alle Mediziner die Erkennung und Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beherrschten, musste ich mich weiterhin in Geduld üben.

Zwei Jahre später, also Weihnachten 1997, bat mich der bereits pensionierte Geschäftsführer des Unternehmens Miele mich im Donauspital, Wien untersuchen zu lassen. Die Hoffnung darf man auch nicht aufgeben.

Eine zweiwöchiger Aufenthalt mit Untersuchungen die nicht gerade angenehm waren, konnten meiner Unwissenheit Abhilfe schafften. MORBUS CROHN! Das war es also…
OHNE HEILUNGSMÖGLICHKEIT war der Tiefschlag.

Innerhalb von Minuten wurde ich erwachsen. Niedergeschlagen begab ich mich auf die Heimreise und teilte es meiner Familie mit. Der Effekt: Wir waren alle niedergeschlagen.

So fuhr ich ab diesem Zeitpunkt regelmäßig von Salzburg nach Wien und wieder retour. Anstrengend, aber was nimmt man nicht alles in Kauf, um eine Besserung zu erreichen.

Die Jahre strichen so ins Land. Es gab keinen Tag ohne Durchfall, Entzündungen, oder Begleiterscheinungen. Keine Schubfreien Zeiten, wie man sich das wünschen würde. Im April 2000, war es soweit, die erste OP stand vor der Tür. Ein Riss in der Darmwand sowie zwei Darmverschlüsse machten es notwendig.

Nach mehrwöchigem Aufenthalt sowie anschließender Kur konnte ich meine Arbeit wieder aufnehmen. Das Unternehmen ließ mich trotz meiner Hoffnungslosigkeit nie alleine. Gut ein Jahr hatte ich Ruhe und konnte mich von meinen „Dauerschüben“ erholen. Doch im August 2001 zogen wieder dunkle Wolken über den Horizont…..


Ein mächtiger Schub hatte mich eingeholt. Bei einer Blutkontrolle stellte mein „neuer“ Hausarzt fest, dass die Entzündungswerte im Blut sehr hoch sind. Ich muss wieder ins Krankenhaus…

Da die Reise nach Wien zu anstrengend war, suchte ich in Salzburg einen Internisten, der sich auf chronisch entzündlichen Darmerkrankungen spezialisiert hatte und fand ihn im Landeskrankenhaus Salzburg. Sein Name: Dr. Thomas Haas. Meine Rettung, wie ich später feststellen musste! Nach zweiwöchigem Aufenthalt und einem Körpergewicht von nur mehr 38 kg bei 1.80 m Körpergröße, sowie allen genutzten konservativen Behandlungsmethoden, kam noch ein Darmverschluss im Dünndarm dazu, wie auch Entzündungen im gesamten Darm. Im November 2001 wurde ich erneut operiert. Ein dreimonatiger Krankenstand folgte.

Meine Sorgen galten meinem Arbeitsplatz. Doch diese waren wieder unbegründet. Das Motto „Verlässlichkeit für viele Jahre“ gilt nicht nur für Ihre Produkte, sondern auch für die soziale Einstellung. So konnte ich meine Arbeit wieder aufnehmen.

Gut ein Jahr hatte ich dann größere Pausen zwischen den Schüben. In dieser Zeit nahm ich auch an Medikamentenstudien teil, um die Forschung voranzutreiben. Vielleicht ja doch noch eine Heilungschance…

In dieser Zeit hatte ich auch ein Seminar, in diesem hörte ich einen Spruch, den ich für mein Lebensmotto erkoren habe und für mich heute noch gilt und alle Hürden mit viel Humor meistern lässt.

„Mit etwas Geschick, kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen“.

2004 bekam ich auf der Pobacke eine Entzündung. Da denkt man sich nicht so viel dabei. Nach ein paar Wochen schmerzte dieser schon sehr. Helfer in der Not: Das Krankenhaus. Das Ergebnis: Ein Abszess mit immensem Ausmaß. Im drei WochenTakt durfte ich mich dann weiteren Operationen unterziehen, da immer mehr Abszesse auftraten.

Mit großer Sorge konfrontierte mich Herr Dr. Haas mit einer Entscheidung: Ausschöpfung der konservativen – medikamentösen – Behandlung, oder ein Colostoma (künstlicher Darmausgang). Ein Gespräch, welches mich niederschmettern ließ. Ich erbat mir eine einwöchige Nachdenkpause. In dieser Zeit habe ich meine Möglichkeiten niemandem mitgeteilt um nicht auf eine Entscheidung gedrängt zu werden. Denn ich wollte mich nicht von jemandem beeinflussen lassen, der selbst kein Stoma hat. Nach 5 ruhelosen Tagen und Nächten (sowie einem weiteren aufblühenden Abszess) stand meine Entscheidung fest. Ich will einen künstlichen Ausgang.

Ich bat Herrn Dr. Haas um ein Gespräch, welches er mir sofort zur Verfügung stellte. Er war auf eine medikamentöse Behandlung eingestellt, und hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Offenbarung, ein Augenblick den ich nie vergessen werde. Herr Dr. Haas sprachlos. Nur kurz aber doch. Nach einem langen Gespräch stand auch er zu meiner Entscheidung. Gestärkt verlies ich das Krankenhaus und teilte die freudige Botschaft meiner Familie mit. Doch die Freude war sehr einseitig.


Meine Familie hatte große Bedenken. Bei der nächsten Gelegenheit teilte ich dies auch meiner Abteilungsleiterin bei Miele mit, welche mich von Anfang an bei meiner Entscheidung unterstützte. Dafür kann ich nur Danke sagen! Nach 17 Abszess-Operationen binnen 9 Monaten, fand am 1. Juni 2005 meine große Operation statt. Klar, wohl war mir an dem Tag nicht, aber… entschieden ist entschieden.

5 Wochen Krankenhausaufenthalt und 4 Wochen Krankenstand später, war ich auch schon wieder auf meinem Arbeitsplatz.

Man kann es ja doch nicht lassen. Mir wurde angeboten, eine gewisse Zeit halbtags zu arbeiten, damit ich mich nicht überanstrenge. Dieses Angebot nahm ich gerne an, obwohl ich voller Tatendrang war. Im Herbst 2005 war das große Treffen der ÖMCCV in Bad Hofgastein – wo ich natürlich nicht fehlen durfte.

Bei diesem Treffen, lernte ich die Zweigstellenleiterinnen aus Tirol (Manco) und aus Niederösterreich (Marietta) kennen. Weil es so schön war, trafen wir uns einige Wochen später wieder und sie überraschten mich mit einer Frage. Ich solle doch die Zweigstelle Salzburg übernehmen…. Mir fehlten die Worte…. Nach Rücksprache mit Herrn Dr. Haas/ LKH Salzburg, war meine Entscheidung gefallen. „JA“ ich mache es.

Mit einem mulmigen Gefühl leitete ich die erste Veranstaltung. Ich war nervös – man möge mir bitte verzeihen. Mittlerweile bin ich sehr froh darüber, dass ich dieses Angebot angenommen habe. Ich freue mich immer über zahlreiches Erscheinen von Patienten bei Veranstaltungen und stehe auch sehr gerne mit Rat und Tat – bei Tag und wenn notwendig bei Nacht – zur Verfügung.

Mit dem Stoma (künstlicher Darmausgang) lernte ich es endlich kennen…. Das Leben!

Lange Jahre blieb es mir verwehrt aufgrund meiner Dauerschübe. Seit ich jedoch ein Stoma habe, ist mein Leben lebenswerter geworden. Die Einschränkungen durch das Stoma sind nicht so schlimm, wie jahrelanges eingraben in den eigenen vier Wänden. Ich bin sogar sehr glücklich darüber, dass ich den Schritt gewagt habe.

Ich bin mir auch sicher, dass ich Ihnen – trotz meines jungen Alters- bei Fragen oder Sorgen weiterhelfen kann. Die meisten MC oder CU Patienten werden nie vor die Entscheidung „künstlicher Seitenausgang Ja/Nein“ gestellt werden. Wenn doch, dann stehe ich Ihnen selbstverständlich auch dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Dies war nun doch – wie ich meine – ein sehr persönlicher Einblick in meine Karriere als Morbus Crohn Patient. Aber ich bin der Meinung, nur wenn wir so offen mit dem Thema „chronische Darmerkrankung“ umgehen, werden wir auch verstanden. Denn wer kennt den Satz: „Dir kann nicht soviel fehlen, siehst ja gut aus“ nicht.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen recht herzlich dafür danken, dass Sie die Geschichte meines bisherigen Lebens gelesen haben. Außerdem bedanke ich mich beim Unternehmen Miele und deren Angestellten für Ihre Unterstützung die sie mir bis jetzt entgegengebracht haben, sowie meiner Familie, Verwandten, Freunden und Bekannten.

Größter Respekt, Anerkennung und Dank gebührt auch meinem Hausarzt, sowie den Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern des Landeskrankenhauses Salzburg, denn wenn es Sie nicht gäbe, wäre es nicht mehr möglich gewesen, die Geschichte meines bisherigen Lebens aufzuschreiben.

Peter Enthammer

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